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BEG-Förderung erleichtert Neubau und Sanierung

Um den Dschungel der Förderprogramme des Bundes mit den Abkürzungen MAP, APEE, HZO und EBS zu lichten, werden ab 2021 alle Förderprogramme in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengefasst.

Die finanzielle Unterstützung für Ihre Heizung und das gesamte Gebäude ist derzeit so hoch wie noch nie. Erfahren Sie hier mehr zur BEG, welche Fördersätze möglich sind und was Sie bei der Antragsstellung beachten sollten.

Die BEG-Förderung soll für Übersicht sorgen

Weniger CO2-Emissionen und mehr erneuerbare Energien gelten als wichtige Elemente, um die Klimaziele bei Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden bis 2030 erreichen zu können. Durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude profitieren Sie nicht nur von attraktiven Leistungen, sondern auch von einer größeren Flexibilität.

So können Sie künftig selbst entscheiden, ob Sie lieber einen direkten Zuschuss oder einen Kredit mit Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen möchten.

So funktioniert die Bundesförderung für effiziente Gebäude

Um die Förderprogramme möglichst effizient und flexibel zu gestalten, sind sie in drei Säulen aufgeteilt:

BEG für Einzelmaßnahmen

Unter Einzelmaßnahmen fallen die Projekte, bei denen Sie Ihr Bestandsgebäude nicht gleich zum Effizienzhaus umbauen möchten. Förderfähig sind alle Einzelmaßnahmen, die den CO2-Ausstoß verringern.

Dies lässt sich beispielsweise über eine verbesserte Wärmedämmung, moderne Haustechnik oder eine zeitgemäße Heizungsanlage realisieren. Die Förderung für Einzelmaßnahmen gilt nur für Bestandsgebäude.

BEG für Wohngebäude

Die BEG-Förderung für Wohngebäude umfasst Maßnahmen mit dem Ziel, den Effizienzhaus-Standard zu erreichen. Sie ist sowohl für den Neubau von Wohngebäuden als auch die Modernisierung bzw. Sanierung von Bestandsgebäuden gedacht.

BEG für Nichtwohngebäude

Für Nichtwohngebäude stellt die Bundesförderung für effiziente Gebäude Investoren Mittel bereit, diese mit einem Effizienzgebäude-Standard zu errichten oder dahingehend zu modernisieren.

Ab wann gibt es die BEG-Förderung?

Das BEG-Programm für Einzelmaßnahmen gilt bereits seit dem 1. Januar 2021. Bis zum 30. Juni 2021 ist jedoch nur die Beantragung von Zuschüssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich.

Kredite mit Tilgungszuschuss bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Sie erst ab 1. Juli beantragen. Dann starten auch die anderen Teilprogramme für Wohngebäude und Nichtwohngebäude.

Ein individueller Sanierungsfahrplan bietet Flexibilität

Eine energetische Sanierung muss gut geplant sein – zudem sind nicht alle Maßnahmen sofort notwendig oder sinnvoll. Daher sollten Sie sich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) durch einen BAFA-gelisteten Energieberater erstellen lassen.

Mehr zum individuellen Sanierungsfahrplan

Dank dem Sanierungsfahrplan erhöht sich der mögliche Förderbonus der BEG-Programme zusätzlich. Die gelisteten Maßnahmen müssen sich nicht sofort umsetzen. Der iSFP darf allerdings nicht älter als 15 Jahre sein. Sie profitieren vom Bonus durch diese Zusatzleistungen:

  • Für förderfähige Einzelmaßnahmen gibt es zusätzlich 5% zum normalen Fördersatz dazu.
  • Die Erstellung des Sanierungsfahrplans durch einen BAFA-gelisteten Energieberater wird mit 80% der Kosten bezuschusst.

Bei mehreren Einzelmaßnahmen werden die Kosten jeweils getrennt berechnet. Daher müssen Sie die Fördersätze einzeln beantragen.

BEG: Förderung für Einzelmaßnahmen

Gerade die Förderprogramme für Einzelmaßnahmen sind für viele Bauvorhaben interessant:

Gebäude

Sie können sich bis zu 20% der Investitionskosten über die BEG-Förderung der Gebäudehülle zurückholen. Folgende Maßnahmen sind dabei förderfähig:

  • Wärmedämmung optimieren
  • neue Fenster und Türen einbauen
  • Sonnenschutz verbessern
  • mit erneuerbaren Energien heizen (zum Beispiel Wärmepumpe, Solaranlagen)

Anlagentechnik

Zur Anlagentechnik zählen zum Beispiel Lüftungsanlagen oder Smarthome-Systeme, mit denen sich Heizungen oder auch Sonnenschutzeinrichtungen komfortabel steuern lassen. Sie können bis zu 20% der Investitionen über Förderungen kompensieren.

Heizungen

Die Fördersätze der Bundesförderung für effiziente Gebäude unterscheiden sich je nach Modell und Funktionsweise der Heizung:

  • Für neue Gasheizungen, die Sie spätestens nach zwei Jahren mit erneuerbaren Energien ergänzen, erhalten Sie 20% der Investitionskosten.
  • Nutzen Sie Solarthermie oder Gashybridheizungen beträgt der Fördersatz 30%.
  • Rein mit erneuerbaren Energien betriebene Heizungsanlagen (zum Beispiel Wärmepumpe, Hybridheizungen) werden mit 35% der Kosten gefördert.

Hinzu kommen bei der BEG weitere 10%, wenn Sie mit der Modernisierung eine alte Ölheizung ersetzen. Dies gilt allerdings nicht für Solarthermie und Renewable-Ready-Anlagen.

Heizungsoptimierung

Auch Einzelmaßnahmen zur Optimierung der Heizleistung (zum Beispiel durch einen hydraulischen Abgleich, eine neue Heizungspumpe etc.) werden mit 20% bezuschusst.

Tipp: Finanzielle Aufwendungen für Baubegleitung und Fachplanung sind mit bis zu 50% förderfähig.

BEG: Förderung für Wohngebäude

Im Unterschied zu Einzelmaßnahmen unterstützt die BEG für Wohngebäude systemische Maßnahmen. Darunter fallen der Bau und die Modernisierung ganzer Gebäude. Die Förderhöhe definiert sich nach dem Effizienzhausstandard der KfW.

Für Kredite gewährt die KfW bis zu 15 und 25% in Form von Zuschüssen bzw. Tilgungszuschüssen. Neubauten müssen den Effizienzhaus-Standard 55, 40 oder 40 Plus erreichen. Komplettsanierungen behandelt die BEG weniger streng.

Nachhaltiges Bauen und erneuerbare Energien

Nachhaltigkeit bei Bau und Sanierung zahlt sich ebenso aus wie der Einsatz erneuerbarer Energien (EE):

  • Den EE-Bonus für Neubauten (2,5%) und Sanierungen (5%) erhalten Sie, wenn mehr als 55% der Heiz- und Kühlenergie aus erneuerbaren Energiequellen stammt.
  • Neubauten mit einem Nachhaltigkeitszertifikat vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) erhalten einen NH-Bonus in Höhe von 2,5%.
  • Den iSFP-Bonus erhalten Sie auch für eine Komplettsanierung.
  • Die Kosten für Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung sind mit 50% förderfähig.

BEG: Förderung für Nichtwohngebäude

Wenn Sie die erforderlichen Effizienzhaus-Standards erreichen, sind auch Nichtwohngebäude BEG-förderfähig. Dies gilt sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung. Außerdem erhalten Investoren die EE- und NH-Boni analog zu Wohngebäuden.

Wer ist zuständig?

  • Zuschüsse zahlt das BAFA. Sie können diese direkt bei der Behörde beantragen.
  • Kredite vergibt die KfW. Die Antragstellung läuft über Ihre Hausbank.
  • Voraussetzung für die BEG-Förderung systemischer Maßnahmen ist, dass Sie einen Energieberater hinzuziehen, der die Mindestanforderungen überprüft. Für Einzelmaßnahmen ist dies nicht notwendig.

Wichtige Hinweise zum Antragsverfahren

Das zweistufige Antragsverfahren für die BEG-Förderung sieht vor, dass Sie den Förderantrag vor Beginn der Maßnahmen stellen. Ausgenommen sind Planungs- und Beratungsleistungen. Nach Prüfung des Antrags ergeht der Zuwendungsbescheid, der eine Frist zur Umsetzung der Maßnahmen vorgibt (maximal 48 Monate).

Die Kredite der KfW müssen Sie innerhalb von 12 Monaten nach Gewährung abrufen. Eine Verlängerung auf 24 Monate ist jedoch möglich. Verwendungsnachweise beziehungsweise Nachweise über die Umsetzung der Maßnahmen müssen Sie in jedem Fall vorlegen.