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  • 15.09.2016
  • WOLF Redaktion

Feuchte Träume

Im Schlaf scheidet der Mensch bis zu einem Liter Schweiß pro Nacht aus. Wirkt sich das auf sein Schlafverhalten aus? Vielleicht sogar auf seine Träume? Der Gedanke ist nicht so abwegig, wie er scheint.

Natürlich ist gesunder Schlaf wichtig, weiß doch jeder. Deshalb sollen im Schlafzimmer ja auch optimale Bedingungen herrschen, nämlich 16 bis 18 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Aber warum ist das so wichtig? Weil im Schlaf ganz erstaunliche Dinge vor sich gehen. Zum Beispiel schwitzt der Mensch im Schlaf bis zu einem Liter Feuchtigkeit aus. Pro Nacht! Ist das nicht merkwürdig? Schließlich kommt man doch nur ins Schwitzen bei körperlicher Aktivität, oder wenn es sehr heiß ist, oder wenn man schwer nachdenken muss – ist das eigentlich nur eine Redewendung, oder kommt man angesichts einer kniffligen Aufgabe tatsächlich ins Schwitzen?

I. Willenskomer/Unsplash.com

Nur gut, dass man beim Schlafen nicht nachdenken muss. Dafür hat man ja den Schlaf, damit man endlich mal den Kopf abschalten kann. Wobei – Kopf abschalten, das stimmt doch gar nicht. Irgendwie bleibt doch alles an im Körper, wenn man schläft, das Schwitzen ist doch der beste Beweis dafür, das kommt ja nicht von einem Körper, der komplett aus ist. Im Gegenteil, der arbeitet doch richtig, und das gilt auch für den Kopf, sonst würde man ja nicht träumen. Träumen, das kann richtig anstrengend sein... Schwitzt man also, weil man träumt? Oder träumt man, weil man schwitzt? Ist das Träumen vielleicht eine Art mentaler Stoffwechsel? Das Schwitzen des Hirns? Warum nicht. Es muss ja alles mal raus aus dem System über Nacht, der Schweiß, die Gedanken, Schweißtropfen quasi als Sinnesverarbeitung in flüssiger Form, Verflüssigung von Gedanken…

Foto© L. Rivas/Unsplash.com

Wie wohl so ein Liter Schweiß aussähe, in einer Flasche gesammelt? Nicht gerade eine schöne Vorstellung. Schweiß in Form von Tropfen auf der Haut ist eine viel schönere, Tropfen, die sich in der Luft auflösen und das Schlafzimmer in einen ganz zarten, weichen Nebel hüllen, während man einschläft und tiefer und tiefer sinkt in den Schlaf, als würde man sich in weiches, sanft wogendes Wasser gleiten lassen. Es fühlt sich anwie eine Umarmung, der man sich hingeben kann, schwebend, umarmt von einem wunderbaren Nichts, wo keine Gedanken stören, wo man nicht mal atmen muss, weil man eben nicht zu atmen braucht unter Wasser, denn von dort kommt der Mensch schließlich, aus dem Wasser, oder?

Schwitzt man, weil man träumt? Oder träumt man, weil man schwitzt? Ist das Träumen vielleicht eine Art mentaler Stoffwechsel?

Na ja, die Wasseraffen-Theorie, nach der die Vorfahren des Homo sapiens eine amphibische Phase durchmachten, stimmt wohl nicht. Aber dass der Mensch geboren wird aus einer Umgebung von Flüssigkeit, das schon, in der Gebärmutter, in der Fruchtblase, da schwebt man in Flüssigkeit, und da ist man geborgen, so wie jetzt im Traum, unter Wasser, wo man an nichts denken muss, wie ein Embryo, und auch nicht schwitzen, denn Fische schwitzen nicht, und das Schwitzen übernimmt ja eh schon der Körper, von dem man jetzt ganz losgelöst ist und der da in seinem Schlafzimmer vor sich hin schwitzt... Wie ein Tourist auf einer Liege am Hotelpool. Apropos Hotelpool, Urlaub wäre mal wieder schön, vielleicht auf einer Insel in der Südsee, mit weißem Strand und türkisfarbenem Wasser. Das fänden die Kinder sicher auch toll, bekommt man das noch rechtzeitig geplant bis zu den Herbstferien? Nein nein, bloß nicht anfangen zu denken jetzt, Urlaubspläne machen im Traum, so weit kommt's noch, schön dem Wasser hingeben, den Wellen, die so beruhigend auf und ab wogen, wie Hirnströme, wie diese EEG-Wellen im Tiefschlaf, Slow-Wave-Sleep nennt man das. Ist doch kein Zufall, dass dieses Hirn beim Träumen Wellen schlägt…

Foto© C. Gould/Unsplash.com

Und dann ist der Traum vorbei, weil der Wecker klingelt oder das Kind schreit oder einfach nur so, und dass man geschwitzt hat, dass man alles ausgeschwitzt hat, das merkt man höchstens am noch feuchten Laken oder daran, dass der Kopf ganz klar ist, während man sich umschaut im Schlafzimmer, wo nichts darauf hindeutet, dass sich ein Teil von einem ganz buchstäblich in Luft aufgelöst hat, wo alles ganz friedlich wirkt, ganz normal, wie immer. Und so soll es ja auch sein.

Falls Sie sich auf konkreterer Ebene mit der Luftfeuchtigkeit in Ihrem Schlafzimmer befassen oder vermeiden wollen, dass auch Ihr Haus zu schwitzen anfängt, finden Sie bei uns entsprechende Lüftungssysteme