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Interview Espen Øino

Espen Øino ist einer der bekanntesten Designer für Luxus-Yachten. Seit mehreren Jahren arbeitet der Norweger am Design unserer WOLF Thermen mit und hat sich damit in ein vollkommen neues Metier vorgewagt. Im Interview hatten wir die Chance, etwas mehr über ihn und seine Arbeit zu erfahren.
Interview Espen Øino ®Guillaume Plisson
Kismet ®Guillaume Plisson

WOLF: Sie designen sehr luxuriöse Yachten für internationale Auftraggeber. Inwiefern sind Außen- & Innendesign wichtig für ein gutes Raumklima?

Espen Øino: Der große Unterschied zwischen einem Boot und einem Gebäude ist die feste "Verankerung" eines Gebäudes. Bei einem Haus können die verschiedenen Winkel der Sonneneinstrahlung klar vorhergesagt bzw. berechnet werden. Bei Booten hingegen ist dies nicht der Fall, weshalb das Thema “direkte Sonneneinstrahlung” von Anfang an miteinbezogen werden muss. Dies kann einen großen Einfluss auf die Lichtverhältnisse einer Yacht haben.

Des Weiteren beeinflusst die Sonneneinstrahlung die Temperaturen auf einem Boot, daher müssen immer verschiedene Schattenplätze eingeplant werden. Eine spezielle Dachstruktur bewirkt, dass man keine direkte Sonneneinstrahlung an Deck hat, wenn die Sonne den höchsten Punkt am Horizont erreicht hat. Ebenso muss das Design und die Konstruktion der Fenster betrachtet werden. Falls es einen hohen Wellengang gibt, schlägt das Wasser sehr laut gegen die Fenster. Deshalb ist es sehr wichtig, von Anfang an ein Konzept zu entwickeln, welches all diese Aspekte einbezieht.

Interview Espen Øino ®Guillaume Plisson
®Guillaume Plisson

WOLF: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sehen Sie im Design einer Yacht und eines Heizkessels?

Espen Øino: Es sollte am Anfang eines Kreativprozesses immer festgelegt werden, was genau man mit dem entsprechenden Design erreichen möchte. Hat man dies einmal geschafft, startet der Prozess mit freien Konzepten. Ob bewusst oder nicht, man entwickelt sofort ein bestimmtes Bild im Kopf, sobald man ein Produkt das erste Mal sieht.

Ein Unterschied zwischen einer Heizung und einer Yacht ist natürlich die Größe. Ein Heizkessel ist so groß wie man selbst oder sogar noch etwas kleiner. Eine Yacht hingegen ist ein sehr großes Objekt, welches man meistens von unten sieht. Das ist etwas, an das man im Designprozess unbedingt denken muss.

Interview Espen Øino ®Guillaume Plisson
®Guillaume Plisson

WOLF: Kann das Design ein weiteres Verkaufsargument für Heiz- & Lüftungsprodukte sein?

Espen Øino: Ich bin ein sehr visueller Typ, daher bin ich überzeugt, dass Design wichtig ist. Wenn ich etwas das erste Mal sehe, mag ich es oder eben nicht. Gutaussehende Produkte werden allgemein bevorzugt, dies sieht man beispielsweise an Produkten wie Apple. Gutes Design zieht Kunden an und wirkt sich auf die Preise aus – dies bedeutet meistens auch mehr Gewinn für das Unternehmen. Daher bin ich überzeugt davon, dass das Aussehen ein wichtiger Faktor in der Heizungs- & Lüftungsindustrie ist.

Jedermann spricht heute über den Klimawandel, wir möchten umweltfreundliche Produkte kaufen und immer mehr Menschen machen sich Gedanken über die verschiedenen Heizungssysteme. Ich kann mich nicht daran erinnern, mich als Kind jemals mit meiner Familie über unsere Heizung unterhalten zu haben. Aber heutzutage ist schon die junge Generation an effizienten Heizungs- & Lüftungsprodukten interessiert, dabei ist das Design ein weiterer Entscheidungsfaktor für den Kauf.

Interview Espen Øino ®Guillaume Plisson
Kismet ®Guillaume Plisson

WOLF: Welche großen Projekte stehen demnächst an?

Espen Øino: Ich beschäftige mich derzeit mit einem sehr interessanten Projekt – das RESEARCH EXPEDITION VESSEL. Der Kunde besitzt einige Yachten und ist ein sehr umweltbewusster Mensch. Er möchte in Zukunft die Forschung zu Ozeanen, vor allem in der antarktischen Region, vorantreiben. Anfang Mai hat er dazu eine Pressekonferenz organisiert, zu welcher zeitgleich eine Website veröffentlicht wurde. Bei dieser Konferenz wurde ich gefragt, was ich von dem Projekt halte. Ich habe geantwortet, dass dies eines der wichtigsten Projekte meines Lebens ist. Es ist keine reguläre Yacht, sondern ein Forschungsschiff, auf dem 40 Wissenschaftler und sechs Labore untergebracht sind. Des Weiteren gibt es Unterwasserfahrzeuge, welche selbstständig fahren und so programmiert sind, dass sie zu einer bestimmten Zeit wieder aufzutauchen. So können Daten ausgelesen oder die Batterien getauscht werden.

Ich glaube, dies ist ein äußerst wichtiges Projekt. Es geht um die Vision eines wohlhabenden Mannes, welcher die zukünftigen Generationen mit seiner Forschung unterstützen möchte.