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  • 15.09.2016
  • WOLF Redaktion

Zuhause ist's am schlausten

Vielleicht wird Ihr Haus nie lernen, von alleine sauber zu machen oder einkaufen zu gehen, so wie es sich manche von einem echten „Smart Home“ wünschen. Aber es kann Ihr Leben effizienter, sicherer und angenehmer machen – das gilt auch fürs Raumklima.

Wollen Sie leben wie Bill Gates? Das können Sie haben, ganz ohne Milliardär zu sein. Der Microsoft-Mitgründer war vor gut 20 Jahren Vorreiter in Sachen Smart Home. Nach seiner Vision sollten Bewohner seines Hauses einen Chip bei sich tragen, in dem ihre Vorlieben abgespeichert waren. Betraten sie einen Raum, änderten sich Temperatur, Luftbeschaffenheit, Licht und sogar die Bilder an der Wand, während aus unsichtbaren Lautsprechern ihre Lieblingsmusik ertönte (selbstverständlich gab es genügend Räume, um Konflikte wegen unterschiedlicher Vorlieben zu vermeiden). Per Fernbedienung, die auch Lichtschalter, Fenster- und Türgriffe ersetzte, konnte man natürlich all diese Einstellungen jederzeit ändern.

Was vor 20 Jahren visionär war, ist heute zum großen Teil Realität. Auch ein für Durchschnittsbürger erschwingliches Smart Home sorgt dafür, dass Sie morgens in ein vorgewärmtes Badezimmer kommen, ohne dass dort die ganze Nacht die Heizung lief. Es nimmt Ihnen die Sorge darum, die Herdplatte nicht ausgestellt zu haben, bevor Sie weggefahren sind. Es warnt Sie, wenn der CO2-Gehalt in der Luft zu hoch ist, und während Sie dann lüften, stellt sich die Heizung automatisch ab, um Energie zu sparen. Schon in naher Zukunft werden Sie sich nicht mehr um die Instandhaltung Ihrer Haustechnik kümmern müssen: Sie wird sich von selbst melden, wenn sie etwas braucht. Vielleicht wird Ihre Heiztherme eigenständig ihren Wartungstermin vereinbaren, und Ihre Luftfilteranlage wird Ihnen nicht nur Bescheid geben, wenn der Filter gewechselt werden muss, sie wird auch von selbst den Filternachschub bestellen.

Die Vision vom Smart Home als einem „denkenden“ Organismus, der seine Bewohner versteht und ihre Bedürfnisse schon im Voraus kennt, wird allerdings noch lange nicht Realität werden. „Das liegt daran, dass unsere Lebensführung immer flexibler wird. Systeme haben es schwer, sich auf Bewohner einzustellen, deren Aktivitäten nicht nach wiederkehrenden Mustern verlaufen. Einen 'geregelten Tagesablauf' haben nur noch sehr wenige Menschen“, erklärt Michael Jüdiges von wibutler, einer Plattform und Schnittstelle für Smart-Home-Lösungen, welche die Produkte unterschiedlicher Anbieter, darunter auch WOLF, miteinander vernetzt.

In Zukunft werden Sie sich nicht mehr um die Instandhaltung Ihrer Haustechnik kümmern müssen: Sie wird sich von selbst melden, wenn sie etwas braucht.

Es geht darum, das Zuhause komfortabler, sicherer und energieeffizienter zu machen, doch wird das Thema Smart Home zum Teil in einer derart unsinnlichen Sprache präsentiert, dass die ambivalente Haltung mancher Konsumenten nicht verwundert. Da ist die Rede von „bedarfsgeführter Heizungsregelung“ und von „Ist“- und „Soll“-Temperaturen. Die individuelle Wohlfühltemperatur allerdings lässt sich nicht nach Sollwerten einstellen, denn Wohlfühlen ist letztlich so menschlich und unberechenbar wie Liebe. Externe Faktoren können zwar eine wichtige Rolle spielen, wenn diese Gefühle entstehen, aber sie können nicht künstlich erzeugt und schon gar nicht standardisiert werden.

Ein weiterer Vorbehalt von Konsumenten gründet in der Angst vor Kontrollverlust. Der Mensch will selbstbestimmt handeln, ganz buchstäblich begreift er seine Umwelt. Dass Technik auf einmal unsichtbar wird und „von selber“ Dinge tut, kann durchaus Unbehagen erzeugen. Das beste Beispiel ist die Einführung des autonomen Fahrens: Erste Erkenntnisse zeigen schon jetzt, dass objektiv entscheidende Systeme weit zuverlässiger handeln als menschliche Autofahrer und weniger Unfälle verursachen. Trotzdem ist die Vorstellung, das Steuer aus der Hand zu geben, mit einem Gefühl von Kontrollverlust verbunden. Allerdings wird die konventionelle Haushaltsführung die Smart-Home-Technologie noch mindestens so lange begleiten, bis sich die Bewohner an die neue Intelligenz ihres Hauses gewöhnt haben. Und das werden sie sehr wahrscheinlich: Viele Neuerungen, die zunächst als Spielerei abgetan wurden – man denke nur an die Zentralverriegelung im Auto – sind heute Standard.

Fakt ist, die Akzeptanz gegenüber Smart Homes steigt laut einer internationalen Umfrage aus dem Jahr 2015 gerade unter den als technologiefeindlich verschrienen Deutschen: 84 Prozent der 1000 Befragten glauben, Smart Homes werden in zehn Jahren so verbreitet sein wie heute Smartphones. „Unser Leben wird schneller, flexibler und mobiler. Sich in seinem Umfeld rasch zurechtzufinden und es so effizient wie möglich an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, wird immer wichtiger“, glaubt auch Michael Jüdiges. „In 20 Jahren wird Smart-Home-Technologie zur technischen Grundinfrastruktur von Wohngebäuden gehören.“ Martin Mehringer, Leiter Produkt Management bei WOLF, sieht das ähnlich. Bei WOLF verdoppelt sich die Anzahl der verkauften Smart-Home-Module jedes Jahr.

Das Smart-Home-Bedienprinzip komme Kunden entgegen, so Mehringer. „Viele Kunden möchten sich nicht in die technische Komplexität ihrer Haustechnik einarbeiten; wichtig ist ihnen, dass sie funktioniert und möglichst einfach zu bedienen ist. Aber manchen Kunden reicht das nicht. Darum muss beides abgedeckt werden, das Einfache und das Individuelle.“ Trotzdem wird die neue, für Anfang 2017 geplante Smartset App von WOLF neben einem Basismodus auch einen komplexen Modus enthalten. Für jene Kunden, die nicht nur gern ein schlaues Haus haben, sondern sich auch intensiver mit ihm auseinandersetzen wollen.