
Mit rund 1.450 Mitarbeitern zählt das Unternehmen WOLF in Mainburg, einer der führenden Komplettanbieter für Energiesparlösungen im Bereich der Gebäudetechnik, zu den größten und wichtigsten Arbeitgebern der gesamten Hallertau. Zudem behauptet sich das Unternehmen als renommierter Ausbildungsbetrieb auch in Zeiten von Fachkräftemangel gegen die namhafte Konkurrenz der Automobilindustrie aus München und Ingolstadt. Und noch etwas spricht für die hohe Identifikation des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern und den Menschen in der Region: eine beeindruckende Kontinuität in der Belegschaft.
Nicht selten fangen Mitarbeiter mit ihrer Ausbildung im Unternehmen an und bleiben bis zum Renteneintritt treu. Die Belegschaft bei WOLF entwickelt sich gerne im Unternehmen weiter und ist sehr loyal, was im Unternehmen sehr geschätzt wird.
In welchen Berufen wird ausgebildet?
Verena Israel: Derzeit werden in 16 Berufen weibliche und männliche Azubis ausgebildet: Industriemechaniker Instandhaltung, Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Fertigungsmechaniker, Elektroanlagenmonteur, Maschinen- und Anlagenführer, Mechatroniker für Kälteanlagen, Fachkraft für Lagerlogistik, Technischer Produktdesigner, Industriekaufmann oder Fremdsprachen Industriekaufmann, Eurokaufmann, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, Fachinformatiker für Systemintegration, Informatikkaufmann und Kaufmann Marketingkommunikation. Des Weiteren bietet WOLF zwei duale Studiengänge an: Bachelor of Engineering – Maschinenbau/Energietechnik, Bachelor of Science – Elektrotechnik.
Wie ist die Nachfrage? Gibt es Schwierigkeiten, die Ausbildungsplätze zu besetzen?
Verena Israel: Wir sind in der glücklichen Lage, trotz Fachkräftemangel in der Branche und großer Konkurrenz in der Region nach wie vor zahlreiche Bewerbungen auf die jährlich ausgeschriebenen Ausbildungsplätze zu haben. Jährlich bewerben sich 350 bis 400 Schulabgänger für ungefähr 28 Ausbildungsplätze ...
Christina Hund: ...Viele der Auszubildenden sind aus der Region. Dies zeigt die enge Verbindung von WOLF mit der Region Mainburg sowie auch dem Landkreis Kelheim und sichert langfristig die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Wie hoch ist der Anteil der Azubis, die nach der Lehrzeit bei WOLF bleiben? Christina Hund: Über 90% bleiben nach der Ausbildung bei uns. Drei Monate vor Ende ihrer Ausbildungszeit wissen die jungen Menschen, an welchem Arbeitsplatz sie künftig eingesetzt werden. Einige nehmen ihre Berufsausbildung als Grundlage und besuchen eine weiterführende Schule oder studieren. Es wird auch eine Vielzahl von internen und externen Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter bei WOLF geboten.
Auszubildende erhalten außerdem einen Fahrtkostenzuschuss für die Fahrt zu Berufsschule. Drei Ausbilder, Fachbereichsbetreuer und viele Ausbildungsbeauftragte in den einzelnen Abteilungen sorgen für eine effiziente und kompetente Ausbildung. Dank fachspezifischer Ausbildungsseminare können die Auszubildenden ihr Wissen erweitern.
Christina Hund: Um Schüler auf WOLF aufmerksam zu machen, gibt es seit Jahren Kooperationen mit mehreren Schulen in der Umgebung: Dazu zählen u. a. das Angebot von Werkunterricht im Ausbildungszentrum, verschiedene Möglichkeiten der Berufserkundung sowie Bewerbungstraining.
Industrie 4.0: Wie wird sich die Arbeitswelt in der Zukunft verändern?
Christina Hund: Die Industrie 4.0 wird kontinuierliche Veränderungen erfordern und WOLF ist darauf eingestellt. Computerarbeitsplätze werden mobil werden, teilweise lernen unsere Azubis heute schon auf Tablets. Robotik wird Teil der Ausbildung. Unsere Lehrwerkstatt bekommt noch 2017 ihren eigenen Lernroboter. Maschinen werden „intelligenter“ durch Sensoren und Prozessoren. Die jungen Menschen müssen lernen, diese Sprache zu verstehen und zu sprechen.
Verena Israel: Die Grenzen zwischen Mechaniker, Elektriker und Programmierer werden fließender. Fundierte EDV-Kenntnisse werden in allen technischen Berufen unabdingbare Voraussetzung werden. Daher hat WOLF eine Arbeitsgruppe der Azubis gegründet, die sich mit diesen Themen bzw. Herausforderungen beschäftigt.
Wie attraktiv ist der Standort Mainburg in der Hallertau?
Christina Hund: Der Standort Mainburg ist attraktiv, deutlich mehr, als es manchem auf den ersten Blick erscheint. Mainburg liegt im Herzen der Hallertau. München, Regensburg, Landshut oder Ingolstadt sind in nur 30–45 Fahrminuten erreichbar. In fünf Stunden sind Sie am Gardasee, in anderthalb Stunden in den Bergen. Das Bike-Paradies wartet direkt vor Ihrer Haustür, ebenso wie Kindergärten, Grundschulen, Gymnasium und (Sport-) Vereine. ah
Das vollständige Interview von Alexander Herzog finden Sie auch auf der Website des hallertau-Magazins unter www.hallertau-magazin.de