Eine Wärmepumpe sollte einmal jährlich gewartet werden, idealerweise im Sommer. Bei Anlagen mit mehr als drei Kilogramm Kältemittel ist eine jährliche Dichtheitsprüfung nach F-Gase-Verordnung gesetzlich vorgeschrieben.
Wartung der Wärmepumpe
Das müssen Sie beachten
Grundsätzlich hält sich der Aufwand für die Wartung einer Wärmepumpe im Vergleich zu herkömmlichen Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen wie Gas- oder Ölheizungen in Grenzen. Das gilt besonders für die Wartung der Luftwärmepumpe, da bei dieser nur wenig zu prüfen ist. Aber auch alle anderen Wärmepumpen-Arten sind wartungsarm. Je nach Art sind unterschiedliche Wartungsintervalle vorgesehen, um den reibungslosen und effizienten Betrieb der Anlage über einen langen Zeitraum hinweg zu gewährleisten.
Welche Wartungsintervalle sollte ich bei Wärmepumpen beachten
Für die Wartung einer Wärmepumpe gibt es keine gesetzlichen Vorschriften wie etwa bei der Gasheizung. Seit 2024 gelten jedoch verschärfte EU-Regelungen für Kältemittel: Anlagen mit mehr als drei Kilogramm Kältemittel unterliegen einer jährlichen Dichtheitskontrolle nach der F-Gase-Verordnung. Das betrifft in der Regel größere Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern, während Wärmepumpen in Einfamilienhäusern meist weniger Kältemittel benötigen.
Unsere Empfehlung ist, die Wärmepumpe einmal jährlich warten zu lassen. Die Wartung sollte vorzugsweise im Sommer erfolgen, sodass Sie eventuell notwendige Reparaturen an der Wärmepumpe frühzeitig beauftragen können und während der kalten Jahreszeit im Warmen sitzen.
Viele moderne Wärmepumpen verfügen zudem über digitale Energiemanagement-Systeme, die kontinuierlich den Betriebszustand überwachen und Sie bei Unregelmäßigkeiten automatisch informieren.
Welche Arbeiten fallen bei jeder Wartung einer Wärmepumpe an?
Einige Wartungsarbeiten fallen bei allen Wärmepumpen an. Jede Wartung enthält folgenden Schritte:
Überprüfung der elektrischen Systeme
Um die einwandfreie Funktion der Anlage sicherzustellen, muss der Heizungsinstallateur alle elektrischen Komponenten auf Verschleiß überprüfen. Bei jeder Wärmepumpen-Wartung untersucht er daher die Stecker, Kontakte und Schutzleiter (Erdung).
Moderne Smarthome-integrierte Wärmepumpen ermöglichen dabei auch eine digitale Fehlerdiagnose über Apps oder Webportale.
Kontrolle von Ventilen und Filtern
Die Sicherheitsventile und der Wasserfilter des Heizkreislaufs unterliegen ebenfalls dem Verschleiß. Daher müssen sie ebenfalls begutachtet werden.
Überprüfung des Flüssigkeitskreislaufs
Anzeichen für einen unregelmäßigen Flüssigkeitskreislauf oder eingeschlossene Luft deuten auf eine undichte Stelle hin. Diese muss ein Fachbetrieb schließen, da die Wärmepumpe nur bei einem konstanten Fluss effizient arbeitet.
Viele moderne Systeme erkennen Druckschwankungen automatisch und melden diese über das digitale Monitoring.
Optimierung der Wärmepumpen-Einstellungen
Für eine maximale Energieeffizienz ist darüber hinaus gegebenenfalls eine Anpassung der Heizkurve vorzunehmen. Abhängig von der Außentemperatur und der Dämmung Ihres Hauses müssen Fußpunkt (Anfangspunkt) und Steilheit (Neigung) angeglichen werden. Die optimierte Heizkurve sollte maximal 10% von den anfänglichen Einstellungen abweichen.
Moderne Wärmepumpen mit KI-gestützten Regelungssystemen lernen das Heizverhalten und optimieren die Einstellungen zunehmend selbstständig.
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Unterschiede bei der Wartung verschiedener Wärmepumpe-Arten
Neben den allgemeinen Schritten kommen je nach Wärmepumpen-Art folgende spezifische Wartungen hinzu.
Wartung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe
Die Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt die Umgebungsluft als Wärmequelle und eignet sich nicht nur ideal für den Neubau, sondern auch für die unkomplizierte Nachrüstung im Bestandsgebäude.
Ihre Wartung gestaltet sich einfacher als die der anderen Wärmepumpen-Arten, da zur Wärmeerzeugung mit der thermischen Energie der Luft keine Sonden oder Brunnen notwendig sind. Der Fachbetrieb muss lediglich die Wärmepumpe selbst warten.
Wenn Sie eine Luftwärmepumpe besitzen, müssen die Zu- und Abluftkanäle regelmäßig gereinigt werden (zum Beispiel aufgrund von Verschmutzungen durch Laub, Staub, etc.).
Bei der Wartung der Luftwärmepumpe ist darüber hinaus der Kondensatablauf, der das entstehende Kondenswasser ableiten soll, zu kontrollieren. Moderne Modelle verfügen oft über selbstreinigende Filter und intelligente Verschmutzungssensoren.
Wartung einer Sole/Wasser-Wärmepumpe
Die Sole/Wasser-Wärmepumpe wandelt Wärme aus der Erde in Heizwärme um. Bei der Wartung einer Erdwärmepumpe überprüft der Fachbetrieb die chemische Zusammensetzung der Sole. Entspricht diese nicht den Anforderungen, ist kein Frostschutz gewährleistet.
Zudem kontrolliert er den Filter im Wärmekreislauf und reinigt ihn gegebenenfalls. Bei einer Druckkontrolle des Solekreislaufs füllt der Heizungsprofi – falls erforderlich – Sole nach und deckt mögliche Leckagen beziehungsweise Undichtigkeiten frühzeitig auf.
Darüber hinaus ist die Dämmung der Sole-Rohre im Haus zu überprüfen (zum Beispiel auf verstärkte Kondenswasserbildung). Wenn die Rohre mangelhaft isoliert sind, geht Wärme verloren. Dann können Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sein.
Wartung einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe
Die Wasser/Wasser-Wärmepumpe nutzt die weitgehend konstante Temperatur des Grundwassers für die Energiegewinnung. Lassen Sie diese Wärmepumpen-Art warten, überprüfen Experten die Pumpen, Ventile und Filter.
Der Fokus liegt jedoch auf der Sichtprüfung der Brunnen. Durch Verunreinigungen können Ablagerungen entstehen, die den effizienten Betrieb der Wärmepumpe im Laufe der Jahre beeinträchtigen.
Wartung einer Warmwasser-Wärmepumpe
Die Warmwasser-Wärmepumpe (auch Brauchwasser-Wärmepumpe genannt) dient ausschließlich der Warmwasserbereitung und nicht der Raumheizung. Sie nutzt häufig die Abwärme aus Kellerräumen oder die Raumluft zur Energiegewinnung. Diese kompakten Geräte sind besonders einfach zu installieren und eignen sich ideal als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen oder als eigenständige Warmwasserlösung.
Die Wartung einer Warmwasser-Wärmepumpe ist besonders unkompliziert und kostengünstig. Der Fachbetrieb überprüft dabei:
● den Luftfilter auf Verschmutzungen und reinigt oder tauscht ihn bei Bedarf
● die Funktion des Verdampfers und Verflüssigers
● den Warmwasserspeicher auf Ablagerungen und Verkalkungen
● die elektrischen Anschlüsse und Sicherheitssysteme
● die Kondensatableitung, um Wasserschäden zu vermeiden
Da Warmwasser-Wärmepumpen meist in Innenräumen installiert sind und keine aufwendige Erdsonden- oder Brunnen-Technik benötigen, sind die jährlichen Wartungskosten besonders niedrig. Viele Modelle verfügen über Selbstdiagnosefunktionen, die die Wartungsintervalle anhand der tatsächlichen Nutzung optimieren.
Functionline Warmwasser-Wärmepumpe
In Neu- sowie Bestandsgebäuden erhöht die FHS Wärmepumpe von WOLF die Effizienz. Mit der Warmwasser-Wärmepumpe versorgen Sie Ihre Immobilie umweltfreundlich, günstig und zuverlässig mit Warmwasser.
Digitale Wartung und Fernüberwachung von Wärmepumpen
Moderne Wärmepumpen sind zunehmend mit intelligenten Monitoring-Systemen ausgestattet, die die Wartung vereinfachen und optimieren:
- Smarthome-Integration: Alle Betriebsparameter werden via App in Echtzeit überwacht.
- Fernwartung: Fachbetriebe können viele Probleme remote diagnostizieren und beheben.
- Predictive Maintenance: KI-gestützte Systeme erkennen Verschleiß frühzeitig und melden den Wartungsbedarf.
- Automatische Fehlerprotokollierung: Alle Betriebsdaten werden dokumentiert und erleichtern die Diagnose.
Diese digitalen Lösungen ersetzen die jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb nicht, reduzieren jedoch Ausfallzeiten und ermöglichen eine präzisere Wartungsplanung.
Checkliste zur Wartung der Wärmepumpe
So organisieren Sie am besten die Wartung Ihrer Wärmepumpe:
Liegt die Wartung der Wärmepumpe mehr als zwölf Monate zurück, kontaktieren Sie Ihren Fachbetrieb.
Legen Sie den Wartungstermin nach Möglichkeit außerhalb der Heizperiode.
Neben der Wartung können Sie auch die Energieeffizienz durch die Prüfung der Wärmepumpen-Regelung noch weiter optimieren lassen.
Wartungsverträge sparen Zeit und stellen die zuverlässige Funktion der Wärmepumpe sicher.
Prüfen Sie, ob Ihre Wärmepumpe über digitale Monitoring-Funktionen verfügt und nutzen Sie diese zur Überwachung.
Welche Kosten entstehen für die Wartung der Wärmepumpe?
Die Kosten für die Wartung der Wärmepumpe sind niedrig und hängen von der Wärmepumpen-Art ab:
● Warmwasser-Wärmepumpe: 80-120 Euro jährlich
● Luftwärmepumpe: 100-150 Euro jährlich
● Erdwärmepumpe: 150-200 Euro jährlich
● Wasserwärmepumpe: 150-200 Euro jährlich
Digitale Wartungsverträge mit Fernüberwachung können die Kosten langfristig reduzieren, da Probleme frühzeitig erkannt und oft ohne Vor-Ort-Einsatz behoben werden können.
Da fossile Brennstoffe nicht zum Einsatz kommen, gibt es auch keine Verbrennungsrückstände oder Ablagerungen, die den Betrieb beeinträchtigen könnten. Die Investition in die Wartung der Wärmepumpe lohnt sich langfristig, da Sie so die Lebensdauer der Wärmepumpe verlängern und die hohe aufrechterhalten.
Wenn Verdampfer oder Verflüssiger verschmutzt sind, können sich beispielsweise der Stromverbrauch und dadurch die Betriebskosten der Wärmepumpe erhöhen. Wichtig ist, dass Sie die notwendigen Arbeiten oder Reparaturen der Wärmepumpe von einem zertifizierten Fachbetrieb durchführen lassen, um vorzeitigen Verschleiß oder Leistungseinbußen zu vermeiden.
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Fazit: Die Wartung ist weniger aufwendig als bei anderen Heizungen
Obwohl Wärmepumpen an sich sehr wartungsarm sind, sollten Sie nicht auf die Einhaltung regelmäßiger Wartungsintervalle verzichten. Hierfür bietet sich gegebenenfalls der Abschluss eines Wartungsvertrags bei einem professionellen Heizungsfachbetrieb an. Moderne digitale Wartungslösungen bieten zusätzliche Vorteile: Smart-Home-Integration, Ferndiagnose und vorausschauende Wartung durch KI reduzieren Ausfallzeiten und optimieren die Betriebskosten. Für maximale Sicherheit empfiehlt sich der Abschluss eines Wartungsvertrags bei einem professionellen Heizungsfachbetrieb.
Häufig gestellte Fragen zur Wartung der Wärmepumpe
Nein, die Wartung sollte immer ein zertifizierter Fachbetrieb durchführen. Nur geschulte Techniker dürfen Kältemittel prüfen und elektrische Komponenten kontrollieren. Sie können jedoch selbst die Zu- und Abluftkanäle reinigen und die Anlage optisch überprüfen lassen.
Ohne regelmäßige Wartung kann die Effizienz der Wärmepumpe sinken, der Stromverbrauch steigt und die Lebensdauer verkürzt sich. Zudem verfallen bei fehlender Wartung oft Garantieansprüche der Hersteller.
Die Luft/Wasser-Wärmepumpe ist am wartungsärmsten, da keine Sonden oder Brunnen kontrolliert werden müssen. Lediglich die Luftfilter und Kondensatabläufe erfordern eine regelmäßige Reinigung.
Ja, viele Fachbetriebe bieten Wartungsverträge an. Diese garantieren regelmäßige Wartungstermine und beinhalten oft einen Notdienst für die Heizung. Moderne Verträge können auch die digitale Fernwartung und ein Monitoring umfassen.
Ja, Warmwasser-Wärmepumpen eignen sich hervorragend als Ergänzung. Sie entlasten die Hauptheizung bei der Warmwasserbereitung, senken die Energiekosten und sind einfach zu installieren.