Heizung der Zukunft

Die Heizung der Zukunft

Heizarten im Überblick

Rund 34,9% des deutschen Energieverbrauchs entfallen auf Heizung, Warmwasser und Beleuchtung und verursachen etwa 30% der CO₂-Emissionen (Umweltbundesamt). Im Gebäudesektor liegt daher ein großes Einsparpotenzial. Heizungen der Zukunft spielen eine zentrale Rolle, um fossile Energieträger zu ersetzen und die Klimaziele zu erreichen. Dieser Artikel zeigt, welche Heizarten zur nachhaltigen Wärmeerzeugung langfristig sinnvoll sind und welche Technologien die Energiewende voranbringen.

Die Heizung der Zukunft: Das Wichtigste in Kürze:

Rund 34,9% des deutschen Energieverbrauchs entfallen auf Heizung, Warmwasser und Beleuchtung.

Etwa 30% der CO₂-Emissionen stammen aus dem Gebäudesektor.

Neue Heizsysteme wie die Wärmepumpe gelten als zentrale Bausteine für eine klimafreundliche Wärmeversorgung.

Gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreiben Mindestanteile erneuerbarer Energien beim Heizungstausch vor.

Rahmenbedingungen und Vorgaben für die Heizung der Zukunft

Um den hohen CO₂-Ausstoß zu reduzieren, setzt die Politik auf strengere energetische Standards und Vorschriften zur Gebäudedämmung. Diese dienen nicht nur als Vorgaben, sondern auch als Fahrplan für einen klimafreundlichen Gebäudesektor und eine zukunftsfähige Wärmeversorgung.

Gebäudeenergiegesetz (GEG) – gesetzlicher Rahmen für moderne, klimafreundliche Heizsysteme

Ein zentraler Baustein der aktuellen Klimapolitik ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches erneut verschärft wurde:

  • Fossile Heizungen unterliegen strengeren Vorgaben.
  • Öl- und Gasheizungen sind im Neubau nicht mehr zulässig. Für die Ölheizung gilt zudem: Ab Mitte 2026 bzw. 2028 müssen Neuinstallationen die 65%-Erneuerbare-Energien-Regel erfüllen, etwa durch Hybridlösungen oder den Einsatz von Bio-Öl
  • Bei Heizungstausch und Neuanschaffung gelten klare Anforderungen zugunsten erneuerbarer Energien.
  • Das Gesetz lässt in bestimmten Fällen auch Hybridheizungen zu, die erneuerbare und fossile Energiequellen kombinieren.

Welche staatlichen Förderungen gibt es für neue Heizsysteme?

Für die Senkung von CO₂-Emissionen sowie der Einhaltung bestehender energetischer Vorschriften im Gebäudesektor schafft der Gesetzgeber Anreize. So fördert der Staat unter Umständen den Tausch oder Kauf eines neuen Heizsystems. Weitere Details erfahren Sie in unserem Artikel zur Förderung.

Das sind die Heizungen der Zukunft

Auf die Frage, welche Heizung in Zukunft für die private Wärmeversorgung sinnvoll ist, gibt es dank des technischen Fortschritts heutzutage viele Antworten. Wir geben Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Heizsysteme und zeigen Ihnen Vor- und Nachteile.

Heizen mit Wärmepumpe

Moderne Wärmepumpen wie die WOLF CHA-Monoblock eignen sich sowohl für den Neubau als auch für den Bestandsbau. Als Heizung der Zukunft erzeugen sie ganzjährig genug Wärme, stoßen dabei kaum CO₂-Emissionen aus und führen in der Regel zu niedrigeren Betriebskosten. Es gilt: Je geringer das Temperaturniveau der benötigten Heizwärme ist, umso effizienter und umweltfreundlicher arbeitet die Wärmepumpe.

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe liegt im Durchschnitt bei 6.000 kWh Strom im Jahr. Dieser sowieso schon gute Wert wird zusätzlich durch den Fakt verbessert, dass es spezielle Stromtarife für die Wärmepumpe gibt. Sie sind noch günstiger als herkömmliche Tarife und führen zu weiteren Einsparungen. Bei aktuellen Strompreisen amortisiert sich die Investition in eine Wärmepumpe oft bereits nach wenigen Jahren.

Der Betrieb wird zusätzlich günstiger durch:

  • spezielle Wärmepumpenstromtarife, die unter den normalen Haushaltsstrompreisen liegen
  • die Möglichkeit, Eigenstrom aus einer Photovoltaikanlage zu nutzen
Funktionsweise einer Wärmepumpe

Vor- und Nachteile der Wärmepumpe auf einen Blick

Vorteile
Nachteile
- hohe Umweltfreundlichkeit durch Verzicht auf fossile Brennstoffe
- verhältnismäßig hohe Kosten bei der Anschaffung
- gut kombinierbar mit Photovoltaik
- Wasser/Wasser-Wärmepumpen und Sole/Wasser-Wärmepumpen erfordern Grabungsarbeiten
- geringe Kosten bei der Wartung
- je nach Art genehmigungspflichtig
- Umweltenergie kostet nichts und ist unbegrenzt verfügbar; benötigt wird lediglich Strom als Antriebsquelle
- unabhängig von gesetzlichen Auflagen

Vor- und Nachteile der Wärmepumpe auf einen Blick

  • Nachteile

    - hohe Umweltfreundlichkeit durch Verzicht auf fossile Brennstoffe
    - verhältnismäßig hohe Kosten bei der Anschaffung
    - gut kombinierbar mit Photovoltaik
    - Wasser/Wasser-Wärmepumpen und Sole/Wasser-Wärmepumpen erfordern Grabungsarbeiten
    - geringe Kosten bei der Wartung
    - je nach Art genehmigungspflichtig
    - Umweltenergie kostet nichts und ist unbegrenzt verfügbar; benötigt wird lediglich Strom als Antriebsquelle
    - unabhängig von gesetzlichen Auflagen

    Heizen mit Solarenergie

    Solarenergie ist eine der tragenden Säulen der Energiewende im Gebäudesektor. Sie nutzt die unbegrenzt verfügbare Sonnenstrahlung, um Gebäude nachhaltig mit Energie und Wärme zu versorgen. Besonders Photovoltaikanlagen haben sich dabei als Schlüsseltechnologie etabliert: Sie wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um, der im Haushalt genutzt, gespeichert oder ins Netz eingespeist werden kann.

    Kombination mit Wärmepumpe für ganzjährige Wärmeversorgung

    Die Verbindung von Photovoltaik und Wärmepumpe gilt als eine der effizientesten Lösungen für klimafreundliches Heizen. Die Wärmepumpe nutzt den selbst erzeugten Solarstrom, um Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser bereitzustellen. Diese Kombination bietet entscheidende Vorteile:

     

    • hohe Eigenverbrauchsquote des Solarstroms durch direkte Nutzung in der Wärmepumpe
    • deutlich reduzierte Betriebskosten durch selbst erzeugten Strom statt teurem Netzbezug
    • vollständig erneuerbare Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe
    • zusätzliche Unabhängigkeit von schwankenden Energiepreisen

     

    Ergänzend kann Solarthermie die Warmwasserbereitung übernehmen und so den Strombedarf weiter reduzieren. Auch eine Pelletheizung lässt sich mit Photovoltaik kombinieren und profitiert vom selbst erzeugten Strom für Steuerung und Betrieb.

    Kombination mit Öl- und Gaskesseln

    Die Kombination mit modernen Öl- oder Gaskesseln ist technisch möglich, jedoch deutlich weniger klimafreundlich. Hierbei wird meist ein elektrischer Heizstab im Wassertank installiert, der überschüssigen Solarstrom nutzt, um das Brauchwasser zu erwärmen (Warmwasserunterstützung). Dadurch bleibt der Kessel zwar öfter aus, aber die Effizienz bleibt gering: Ein Heizstab macht aus einer Kilowattstunde Strom lediglich eine Kilowattstunde Wärme (1:1).

     

    Im Vergleich dazu ist die Wärmepumpe weit überlegen, da sie als „Energie-Verstärker“ fungiert: Sie nutzt den Solarstrom nur als Antrieb, um der Umwelt (Luft oder Erde) zusätzliche Energie zu entziehen. So macht sie aus einer Kilowattstunde Solarstrom bis zu vier Kilowattstunden Wärme (1:4).

    Vor- und Nachteile der Solarenergie auf einen Blick

    Vorteile
    Nachteile
    - Solarenergie ist eine natürliche Ressource und unbegrenzt verfügbar
    - Abhängigkeit von Sonnenstunden
    - Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe ermöglicht effiziente, ganzjährige Wärmeversorgung
    - Photovoltaikanlagen allein decken aufgrund der wetter- und tageszeitabhängigen Erzeugung nicht durchgängig den gesamten Energiebedarf
    - Photovoltaik senkt Stromkosten durch hohen Eigenverbrauch deutlich
    - höhere Anfangsinvestition bei Kombination mehrerer Technologien
    - hohe Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Energiepreisentwicklung
    - Batteriespeicher erhöhen die Investitionskosten
    - Investitionskosten werden mit technischem Fortschritt kontinuierlich geringer

    Vor- und Nachteile der Solarenergie auf einen Blick

    • Nachteile

      - Solarenergie ist eine natürliche Ressource und unbegrenzt verfügbar
      - Abhängigkeit von Sonnenstunden
      - Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe ermöglicht effiziente, ganzjährige Wärmeversorgung
      - Photovoltaikanlagen allein decken aufgrund der wetter- und tageszeitabhängigen Erzeugung nicht durchgängig den gesamten Energiebedarf
      - Photovoltaik senkt Stromkosten durch hohen Eigenverbrauch deutlich
      - höhere Anfangsinvestition bei Kombination mehrerer Technologien
      - hohe Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Energiepreisentwicklung
      - Batteriespeicher erhöhen die Investitionskosten
      - Investitionskosten werden mit technischem Fortschritt kontinuierlich geringer

      Heizen mit Pelletheizung

      Pelletheizungen nutzen Holzpellets als nachwachsenden Brennstoff und sind daher eine klimafreundliche Alternative zu Öl und Gas. Sie eignen sich besonders für Bestandsgebäude mit höherem Wärmebedarf und lassen sich gut in bestehende Heizsysteme integrieren. Moderne Pelletkessel arbeiten effizient und weitgehend automatisch.

       

      Das Problem: Für eine Pelletheizung benötigen Sie aber viel Platz. Neben dem Pelletkessel brauchen Sie einen Lagerraum, einen Pufferspeicher und eine Förderschnecke. Außerdem sind die Kosten sind hoch. Nicht nur die einmalige Anschaffung, auch die Wartung ist aufwendiger und damit kostenintensiver als beispielsweise bei der Wärmepumpe. Auch die Umweltfreundlichkeit der Pelletheizung ist umstritten, daher ist die langfristige Nutzbarkeit unsicher.

      Vor- und Nachteile der Pelletheizung auf einen Blick

      Vorteile
      Nachteile
      - Erneuerbarer Brennstoff
      - Platzbedarf für Pelletlager
      - gut für viele Bestandsgebäude geeignet
      - regelmäßige Ascheentnahme erforderlich
      - hohe Anschaffungskosten
      - wartungsaufwendig
      - Umweltfreundlichkeit in der Kritik

      Vor- und Nachteile der Pelletheizung auf einen Blick

      • Nachteile

        - Erneuerbarer Brennstoff
        - Platzbedarf für Pelletlager
        - gut für viele Bestandsgebäude geeignet
        - regelmäßige Ascheentnahme erforderlich
        - hohe Anschaffungskosten
        - wartungsaufwendig
        - Umweltfreundlichkeit in der Kritik

        Fossile Energieträger für die Erzeugung von Wärme

        Fossile Energieträger sind trotz der sehr anfordernden Klimaziele ein großer Bestandteil in der deutschen Heizstruktur, zumindest mit Blick auf die Bestandsgebäude. Dabei hat der Tausch auf Heizungen, die erneuerbaren Energien nutzen, ein großes Potenzial.


        • Heiztechnologien im Neubau

          Im Neubau zeigt sich ein deutlicher Trend weg von Gasheizungen hin zu Wärmepumpen. Im Jahr 2024 nutzten rund 69,4% der neu fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland eine Wärmepumpe als primäre Heiztechnik. Im Jahr 2014 lag dieser Anteil bei zirka 31,8%.

          Die neuen GEG-Auflagen sorgen dafür, dass Gasheizungen nicht mehr als alleinstehender Energieerzeuger im Neubau genutzt werden dürfen. Die erlaubte Alternative wäre eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gas-Gerät.

          wolf
        • Heiztechnologien im Wohnungsbestand

          Im Wohnungsbestand dominieren fossile Energieträger weiterhin das Bild. 2024 wurden in Deutschland rund 33 Millionen Wärmeerzeuger registriert. Davon basieren etwa 19,9 Millionen Anlagen auf Öl oder Gas, also rund 60% des Gesamtbestands. Trotz zunehmender Neubauten mit erneuerbaren Energien zeigt sich damit im Bestand noch ein deutlicher Rückstand.

          Aktuelle Situation im Überblick

          • 33 Mio. Wärmeerzeuger gesamt
          • 19,9 Mio. Öl- und Gasheizungen (≈60%)
          • Erneuerbare Technologien wie Wärmepumpen, Biomasse oder Fernwärme: wachsend, aber noch klar in der Minderheit

          Nachhaltige Technologien sind im Kommen, im Wohnungsbestand aber weiterhin unterrepräsentiert. Die Unterschiede zwischen Neubau und Bestand werden hier besonders deutlich.

          Dabei bieten erneuerbare Energien, vor allem die Wärmepumpe, gerade für Bestandsgebäude eine große Chance: Moderne Systeme wie die CHA-Monoblock arbeiten auch in vielen Altbauten zuverlässig über das ganze Jahr, verursachen kaum CO₂-Emissionen und profitieren von staatlicher Förderung sowie sinkenden Betriebskosten.

          Darstellung eines WOLF Säulendiagrams "Zeitliche Entwicklung der Beheizungsstruktur im Wohnungsneubau"

        Häufig gestellte Fragen zur Heizung der Zukunft

        • Eine pauschale Antwort gibt es nicht – entscheidend sind Gebäudetyp, Dämmstandard, Platzangebot, Stromtarif und vorhandene Infrastruktur. Die Wärmepumpe gilt jedoch als führende Technologie im Neubau und auch als sehr effiziente Option im Bestand.

        • Moderne Wärmepumpen sind heute so leistungsstark, dass sie auch in den meisten Bestandsgebäuden effizient arbeiten. Eine komplette Sanierung ist nicht immer zwingend erforderlich, kann Ihre Heizkosten insgesamt aber natürlich reduzieren. Alternativ reicht der Austausch einzelner Heizkörper oder eine Optimierung der Vorlauftemperatur aus, um das System wirtschaftlich zu betreiben.

        • Die Kosten für den Austausch einer alten Heizungsanlage gegen ein modernes, erneuerbares System variieren stark – je nach Gebäudetyp, Auslegung, Fördermittel und Heiztechnik. Wichtig: Staatliche Förderprogramme können einen großen Teil der Investitionskosten reduzieren.

        Fazit: Heizung der Zukunft - nachhaltig und effizient

        Die Heizung der Zukunft arbeitet effizient, verursacht weniger CO₂ und senkt langfristig die Betriebskosten. Fossile Systeme wie Gas- und Ölheizungen können diese Anforderungen dauerhaft nicht erfüllen – ihre Emissionen sind hoch, und die Brennstoffpreise schwanken stark.

         

        Erneuerbare Energien wie die Wärmepumpe bieten dagegen eine nachhaltige und planungssichere Lösung. Wärmepumpen reduzieren den Energieverbrauch deutlich und amortisieren sich dank staatlicher Förderung oft schon nach wenigen Jahren.

         

        Wer heute auf solche Technologien setzt, senkt seinen CO₂-Ausstoß nachhaltig und macht sich unabhängiger von fossilen Brennstoffen. Eine individuelle Beratung durch Fachleute hilft, das optimale System für das eigene Gebäude zu finden.

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