In der Regel dauert die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs in einem Einfamilienhaus vier bis acht Stunden. Die genaue Dauer hängt von der Größe des Gebäudes, der Anzahl der Heizkörper sowie dem Zustand der Heizungsanlage ab. Während der Arbeiten muss die Heizung nicht ausgeschaltet werden.
Hydraulischer Abgleich der Heizung
Alle wichtigen Informationen
Der hydraulische Abgleich der Heizung ist eine wichtige Maßnahme, um den ökologischen Fußabdruck der Heizungsanlage zu verringern und die Heizkosten zu senken. Dieser Abgleich wird oft auch als Heizungsoptimierung bezeichnet und ist seit 2024 in bestimmten Fällen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Dieser Ratgeber informiert Sie darüber, wann ein hydraulischer Abgleich sinnvoll ist und wann er sogar Pflicht wird.
Was ist der hydraulische Abgleich der Heizung?
Das Ziel des hydraulischen Abgleichs der Heizung ist eine gleichmäßige Verteilung der Wärme auf alle Heizkörper. Ohne diesen Abgleich kommt es häufig vor, dass manche Räume überheizt werden, während die Heizkörper in anderen Räumen relativ kalt bleiben. Fachleute bezeichnen dieses Verfahren oft als „hydraulische Einregulierung”.
Zur Durchführung des Abgleichs berechnet der Fachpartner neben der Raumgröße, der Wand- und Fensterfläche auch die Entfernung der einzelnen Heizkörper von der Heizungspumpe.
Auf Grundlage dieser Berechnungen stellt der Installateur die Heizungspumpe, die Thermostatventile, die Temperatur und die Wassermenge entsprechend ein. So ergibt sich eine konstante Heizleistung in allen Räumen mit einer optimalen Heizkurve.
Dabei werden wichtige Parameter wie die Vorlauftemperatur, die Durchflussmenge und der Volumenstrom für jeden einzelnen Heizkörper präzise berechnet und eingestellt.
Warum sollten Sie einen hydraulischen Abgleich der Heizung machen lassen?
Ohne einen hydraulischen Abgleich werden die der Heizungspumpe am nächsten gelegenen Heizkörper mit zu viel warmem Heizwasser versorgt, während weiter entfernt liegende Heizkörper unterversorgt sind. Das liegt daran, dass Wasser immer den Weg des geringsten Widerstands nimmt. Da in den weiter entfernten Heizkörpern weniger Heizwasser ankommt, drehen viele die Ventile dort weiter auf.
In der Folge werden die ohnehin schon gut geheizten Räume noch weiter überheizt. Sind die Fenster geöffnet, um die Hitze zu reduzieren, springen die Heizungsthermostate an und „fordern” noch mehr Heizwasser an. Damit wird für die Heizlast unnötig viel Energie aufgewendet. Das führt wiederum zu unnötigem Schadstoffausstoß. Zudem muss die Vorlauftemperatur unnötig hoch eingestellt werden, um auch die unterversorgten Räume zu heizen. Das verschlechtert die Effizienz des gesamten Heizsystems.
Vor- und Nachteile: Der hydraulische Abgleich der Heizung
Vorteile
- Die Heizung benötigt bei derselben Heizlast weniger Brennstoff.
- Durch den geringeren Brennstoffverbrauch sinkt der Schadstoffausstoß des Heizsystems.
- Die Wärme wird gleichmäßig über alle Räume und Etagen verteilt.
- Sie sparen langfristig Kosten ein.
- Der Wohn- und Lebenskomfort erhöht sich durch eine gut regulierbare Heizungsanlage.
- Störende Strömungsgeräusche fallen weg.
Nachteile
- Nur ein Fachmann sollte den hydraulischen Abgleich der Heizung durchführen.
- Für den hydraulischen Abgleich entstehen Kosten im Bereich zwischen einigen Hundert und mehr als Tausend Euro.
Wann ist ein hydraulischer Abgleich der Heizung Pflicht?
Seit dem Inkrafttreten des aktualisierten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Jahr 2024 gibt es Situationen, in denen ein hydraulischer Abgleich der Heizung verpflichtend ist:
● beim Austausch von Heizungspumpen oder der Installation einer neuen Heizungsanlage
● bei der Durchführung bestimmter energetischer Sanierungsmaßnahmen
● wenn Sie Förderungen für Ihre Heizungsoptimierung beantragen
Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, lohnt sich ein hydraulischer Abgleich der Heizung in den meisten Fällen durch die Energieeinsparung und den erhöhten Wohnkomfort.
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Hydraulischer Abgleich: Kosten und Amortisierung
Die Kosten für den hydraulischen Abgleich eines Einfamilienhauses liegen, je nach Größe und Anzahl der Heizkörper, zwischen 750€ und 1.500€. Fachleute gehen davon aus, dass Sie im Durchschnitt 2 bis 3€ Heizkosten pro Jahr und pro Quadratmeter Wohnfläche sparen können.
Betrachten wir den ungünstigsten Fall: Sie haben für den Abgleich 1.500€ bezahlt. Ihr Einfamilienhaus hat eine Wohnfläche von 140qm². Bei einer Einsparung von 2,50€ pro Quadratmeter können Sie somit jährlich 350€ an Heizkosten einsparen. Somit haben sich die Kosten für den hydraulischen Abgleich nach rund 4 Jahren amortisiert.
Förderung des hydraulischen Abgleichs der Heizung
Die gute Nachricht: Sie können eine staatliche Förderung für den hydraulischen Abgleich Ihrer Heizung erhalten. Diese erfolgt über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
BEG-Förderung für die Heizungsoptimierung
Im Rahmen der BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM) wird die Heizungsoptimierung mit einem Zuschuss von 15% der förderfähigen Kosten unterstützt. Bei Vorhandensein eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) erhöht sich die Förderung auf 20%.
Gefördert werden unter anderem:
- der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage,
- der Austausch oder Optimierung von Heizungspumpen,
- die Installation voreinstellbarer Thermostatventile,
- die Einstellung der Heizkurve und weitere Optimierungsmaßnahmen.
So beantragen Sie die Förderung
Wichtig: Sie müssen den Förderantrag vor Beginn der Maßnahme beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. Die Durchführung muss durch einen Fachbetrieb erfolgen.
Zusätzlich zur bundesweiten Förderung sollten Sie prüfen, ob Ihre Stadt, Ihre Gemeinde oder die örtlichen Stadtwerke weitere Zuschüsse anbieten. Diese können Sie oft mit der BEG-Förderung kombinieren.
Die Experten von WOLF Heizungsbau beraten Sie gerne zu Fragen der Fördermöglichkeiten des hydraulischen Abgleichs. Nehmen Sie online oder telefonisch unter +49 (0) 8751 - 74 2990 Kontakt auf!
Förderberatung
Gerne steht Ihnen unsere Kundenberatung bei Fragen zu Fördermöglichkeiten für ihr Projekt und zur Produktberatung zur Verfügung.
Fazit: Ein hydraulischer Abgleich der Heizung lohnt sich
Ein hydraulischer Abgleich ist bei fast jeder Heizungsanlage sinnvoll. Die Kosten amortisieren sich innerhalb weniger Jahre. Neben der Ersparnis bei den Heizkosten schont ein solcher Abgleich auch die Umwelt, da der Schadstoffausstoß reduziert wird. Darüber hinaus erhöht sich der Wohnkomfort, da unangenehme Strömungsgeräusche in der Heizungsanlage wegfallen.
Häufig gestellte Fragen zum hydraulischen Abgleich der Heizung
Ohne hydraulischen Abgleich arbeitet Ihre Heizung gegebenenfalls ineffizient. Das hat höhere Heizkosten, einen höheren Energieverbrauch und eine stärkere Belastung der Umwelt zur Folge. Zudem kann es zu einer ungleichen Wärmeverteilung und zu störenden Strömungsgeräuschen kommen. In bestimmten Fällen (zum Beispiel beim Heizungstausch oder bei Förderanträgen) kann das Fehlen eines hydraulischen Abgleichs auch rechtliche Konsequenzen haben oder zum Verlust von Fördermitteln führen.
Ein Abgleich ist auch bei Fußbodenheizungen möglich und sinnvoll. Allerdings ist er mit einem höheren Arbeitsaufwand verbunden, was sich auch in höheren Kosten niederschlägt.
Grundsätzlich lohnt sich der Abgleich für Heizungsanlagen jeder Größe. Sie sparen nicht nur langfristig Heizkosten ein, sondern entlasten auch die Umwelt.
Leider nein. Fachleute gehen davon aus, dass ungefähr 80% aller Heizungen in deutschen Haushalten nicht hydraulisch abgeglichen sind.
Um diesen Abgleich korrekt durchführen zu können, sind Fachwissen und spezielle Instrumente erforderlich. Diese haben nur Heizungsfachbetriebe. Sie sollten daher nicht selbst einen hydraulischen Abgleich Ihrer Heizung durchführen, sondern einen Fachmann beauftragen.
Selbst moderne Brennwertkessel lassen sich durch diesen Abgleich noch optimieren. Dabei wird die Rücklauftemperatur so hoch wie nötig und so niedrig wie möglich eingestellt. Dadurch steigt die Effizienz der Heizungsanlage.
Im Prinzip immer. Für den Abgleich ist es nicht notwendig, die Heizung auszuschalten oder das Heizwasser abzulassen.