Als Richtwerte gelten 12 bis 35 Liter Speichervolumen pro Kilowatt Wärmepumpenleistung nachDIN EN 15450, für kleinere Anlagen nennt dieVDI 4645 vereinfacht rund 20 Liter pro Kilowatt. Die genaue Größe hängt darüber hinaus von Ihrem individuellen Wärmebedarf, weiteren angeschlossenen Wärmequellen und der zu überbrückenden Zeitspanne ab. Eine ausführliche Berechnungshilfe finden Sie in unserem Ratgeber „Pufferspeicher Wärmepumpe: Wie groß?“.
Wärmepumpe mit Pufferspeicher
In welchen Fällen ist das sinnvoll?
Sei es für die Heizung oder für die Warmwasserbereitung – ein Pufferspeicher erhöht den Komfort und macht das Heizsystem flexibler. Ob eine Wärmepumpe mit oder ohne Pufferspeicher sinnvoller ist, hängt jedoch vom Einzelfall ab.
Heizlast berechnen: Das Wichtigste in Kürze
Ein Pufferspeicher entkoppelt die Wärmeerzeugung der Wärmepumpe zeitlich vom tatsächlichen Wärmebedarf im Haus.
Bei einer Fußbodenheizung können Sie meist auf ihn verzichten, bei klassischen Heizkörpern und für die Warmwasserbereitung ist er dagegen sinnvoll bis notwendig.
Er reduziert das Takten der Wärmepumpe, schont dadurch den Kompressor und wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Anlage aus.
Der Pufferspeicher kann mehrere Wärmeerzeuger zusammenführen, etwa bei einer Hybridheizung mit zusätzlichem Gaskessel oder mit eingebundener Solarthermie.
Er verursacht zusätzliche Anschaffungs- und Platzkosten, ermöglicht dafür aber die gezielte Nutzung günstiger Nachtstromtarife.
Welche Rolle spielt der Pufferspeicher im Heizsystem?
Der Pufferspeicher entkoppelt die Wärmeerzeugung und den Wärmeverbrauch zeitlich: Er speichert die von der Wärmepumpe erzeugte Wärme zwischen und stellt sie dem Heizsystem erst bei einem tatsächlichen Bedarf zur Verfügung.
Für die Warmwasserbereitung verfügen die meisten Heizungen schon über einen Wärmespeicher, den integrierten Warmwasserspeicher. Damit immer genügend Wärme auf Abruf bereitsteht, ist es besonders in größeren Haushalten oft sinnvoll, ein ähnliches Speichersystem für die Heizwärme einzubauen.
Pufferspeicher sind wie große Thermoskannen aufgebaut und mit Wasser gefüllt, das die Wärme über lange Zeit hält. Die Wärmepumpe erwärmt dieses Wasser im laufenden Betrieb. Der Heizkreis entnimmt es bei Bedarf, ohne dass die Wärmepumpe in diesem Moment selbst Leistung erbringen muss.
Das bringt zwei konkrete Vorteile:
- Weniger Takten: Die Wärmepumpe schaltet seltener an und ab, weil der Speicher kurzfristige Schwankungen im Wärmebedarf abfängt. Das schont den Kompressor und wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Anlage aus.
- Gleichmäßigerer Betrieb: Läuft die Wärmepumpe länger am Stück statt in kurzen Intervallen, arbeitet sie meist gleichmäßiger und mit weniger Anlaufverlusten.
Ein Pufferspeicher ist dabei aber nicht immer zwingend nötig. Bei einem gut geplanten Wärmepumpensystem kann die Anlage auch ohne zusätzlichen Speicher funktionieren. Ob sich der Einbau für Ihr Heizsystem lohnt, lesen Sie im Abschnitt „Braucht die Wärmepumpe einen Pufferspeicher?“.
Welche Pufferspeicher-Arten gibt es?
Es gibt Pufferspeicher für die Warmwasserbereitung und die Heizungsunterstützung. Diese beiden Speicherarten müssen aus hygienischen Gründen getrennt sein, denn das Warmwasser (auch Brauchwasser genannt) muss Trinkwasserqualität haben. Hierfür gibt es zwei Konstruktionsweisen, die hauptsächlich zum Einsatz kommen:
- Pufferspeicher mit Frischwasserstation: Gespeichertes Heizwasser fließt durch eine sogenannte Frischwasserstation, in der sich Trinkwasser befindet. Über einen Wärmetauscher überträgt sich die Wärmeenergie darauf. Die Frischwasserstation kann in den Pufferspeicher integriert oder von ihm getrennt aufgestellt sein. In unserem Artikel „Funktion der Frischwasserstation“ erfahren Sie mehr.
- Pufferspeicher als Kombigerät: Bei dieser Bauweise stecken zwei getrennte Tanks für Heizungswasser und Warmwasser im selben Gehäuse. Das spart Platz bei der Aufstellung, allerdings steht dadurch weniger Fassungsvermögen zur Verfügung.
Bei reinen Heizwasserspeichern lassen sich zudem folgende Bauarten unterscheiden:
- Einfache Speicher: Dieser Speichertyp besteht aus einem gedämmten Behälter mit Anschlüssen für Vor- und Rücklauf. Weil sich das Wasser im Inneren durchmischt, liegt überall etwa die gleiche Temperatur vor. Für den Betrieb mit einer Wärmepumpe eignet sich diese einfache Bauart nicht.
- Bi- und multivalente Speicher: Diese Bauart bindet zwei oder mehr Wärmequellen gleichzeitig ein. Das brauchen Sie zum Beispiel, wenn eine Solarthermieanlage zusätzlich zur Wärmepumpe zum Heizen beiträgt.
- Schichtladespeicher: Diese Bauart hält das Wasser in mehreren übereinanderliegenden Temperaturzonen, warm oben, kühler unten. Diese Trennung verzögert das Auskühlen deutlich. Die Wärmepumpe muss dadurch seltener anspringen, was sich positiv auf ihre Effizienz auswirkt.
- Integrierte Pufferspeicher: Bei dieser Variante steckt der Speicher direkt in der Inneneinheit der Wärmepumpe. Das spart Platz und verkürzt zugleich die Installationszeit.
Braucht die Wärmepumpe einen Pufferspeicher?
Wärmepumpen werden häufig mit Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen kombiniert, weil diese mit niedrigeren Vorlauftemperaturen auskommen: Rund 35 bis 40°C reichen aus, um Räume effektiv zu heizen. Dadurch muss die Wärmepumpe die Temperatur des Umgebungsmediums weniger stark anheben und verbraucht dabei weniger Strom.
Verfügt Ihr Gebäude über eine Fußbodenheizung, kann diese aufgrund ihrer großen Fläche und Trägheit bei der Wärmeabgabe selbst als Speicher fungieren: Der Estrich nimmt Wärme effektiv auf und wird so zu einem eigenen kleinen Speichersystem. Deshalb ist die Kombination aus Wärmepumpe und Pufferspeicher in diesem Fall nicht zwingend notwendig. Dagegen brauchen klassische Heizkörper höhere Vorlauftemperaturen und können deutlich weniger Heizwasser aufnehmen als eine Fußbodenheizung. Hier übernimmt diese Funktion meist der Pufferspeicher.
Für die Warmwasserbereitung ist zudem unabhängig vom Wärmeerzeuger ein Wärmespeicher erforderlich: Beim Duschen oder Baden wird kurzfristig deutlich mehr Warmwasser benötigt, als die Wärmepumpe in diesem Moment direkt erzeugen kann.
Nicht jeder Pufferspeicher passt zur Wärmepumpe
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Wärmepumpen mit Pufferspeicher bei Hybridheizungen
Gerade bei der Nachrüstung einer Wärmepumpe in Bestandsbauten setzen einige Hausbesitzer heute noch auf sogenannte Hybridheizungen (multivalentes System). Dabei arbeitet die Wärmepumpe nicht als alleiniger Wärmeerzeuger, sondern unterstützt ein bereits vorhandenes Heizsystem, zum Beispiel eine Gas-Brennwertheizung. Der Pufferspeicher sorgt dafür, dass die benötigte Wärme bei Bedarf zur Verfügung steht, egal von welchem der beiden Wärmeerzeuger sie stammt.
Auch Solarthermie lässt sich auf diese Weise einbinden: Die Kollektoren speisen ihre Wärme zusätzlich in den Pufferspeicher ein, sodass die Wärmepumpe an sonnigen Tagen seltener anspringen muss.
Eine Hybridheizung ist heute allerdings nur noch in Einzelfällen sinnvoll. Die Wärmepumpe heizt Bestandsgebäude meist das ganze Jahr über allein. Das konventionelle Heizsystem nimmt dann in der Regel nur Platz weg, verursacht Wartungs- und Reparaturkosten und macht Sie weiterhin abhängig von den schwankenden Preisen fossiler Energieträger.
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Wie wirkt sich der Pufferspeicher auf die Stromrechnung aus?
Viele Stromversorger bieten spezielle Wärmepumpen-Stromtarife an, oft als Nachtstromtarife. Das heißt, der Versorger begegnet der geringeren nächtlichen Nachfrage mit günstigeren Preisen. Da ein Haus zu dieser Zeit meist weniger beheizt wird, lohnt sich ein Pufferspeicher hier doppelt: Er speichert die nachts erzeugte, günstigere Wärme und gibt sie tagsüber ab.
Früher konnten Netzbetreiber Wärmepumpen zusätzlich für begrenzte Sperrzeiten vollständig vom Netz nehmen. Das ist inzwischen anders geregelt: Netzbetreiber dürfen steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen nach § 14a EnWG nur noch in absoluten Ausnahmefällen auf eine garantierte Mindestleistung von 4,2 kW drosseln und nicht mehr vollständig abschalten.
Für Sie bedeutet das:
- Die Wärmepumpe läuft immer weiter, wenn auch kurzzeitig mit reduzierter Leistung.
- Der Pufferspeicher kann solche kurzen Drosselphasen zusätzlich abfedern, da er unabhängig vom aktuellen Betriebszustand der Wärmepumpe Wärme bereithält.
Vor- und Nachteile von Pufferspeichern bei Wärmepumpen im Überblick
Bei der Entscheidung für oder gegen einen Pufferspeicher sind einige Faktoren abzuwägen. Die folgende Übersicht hilft Ihnen dabei:
Vorteile | Nachteile |
kann kurze Drosselphasen des Netzbetreibers abfedern | einmalige Zusatzkosten |
günstige Nachtstromtarife lassen sich gezielt nutzen | eventuell höhere Wärmeverluste |
Wärmeerzeugung lässt sich vom Wärmebedarf zeitlich trennen | größerer Platzbedarf für die gesamte Anlage |
ermöglicht den Einsatz mehrerer Wärmeerzeuger (Hybridheizung) |
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kann die Lebensdauer der Anlage verlängern |
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Fazit: Lohnt sich der Betrieb einer Wärmepumpe mit Pufferspeicher?
Eine Wärmepumpe mit Pufferspeicher hat je nach Heizsystem unterschiedliche Vor- und Nachteile hinsichtlich Betriebskomfort und Kosten. Für einen Pufferspeicher fallen zusätzliche Anschaffungs- und Installationskosten sowie Platzbedarf für die Aufstellung an. Ist eine Fußbodenheizung vorhanden, reicht die Speicherkapazität der Flächenheizung meist für den Betrieb einer Wärmepumpe ohne Pufferspeicher aus. Wenn Sie die Wärmepumpe auch zur Warmwasserbereitung und/oder mit herkömmlichen Heizkörpern nutzen, ist hingegen ein Pufferspeicher empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen zu Pufferspeicher und Wärmepumpe
Nein, ein überdimensionierter Speicher braucht nicht nur unnötig viel Platz, sondern hält auch mehr Wasser auf Temperatur, als für den Betrieb nötig ist. Das erhöht die Wärmeverluste über die Speicherwand und kann die Anschaffungs- und Betriebskosten unnötig in die Höhe treiben. Die passende Größe orientiert sich am tatsächlichen Wärmebedarf.
Ja, Solarthermie-Kollektoren können ihre Wärme direkt in den Pufferspeicher einspeisen, wodurch die Wärmepumpe an sonnigen Tagen seltener anspringen muss. Bei einer Kombination mit Photovoltaik profitieren Sie zusätzlich davon, dass sich selbst erzeugter Solarstrom gezielt für den Betrieb der Wärmepumpe nutzen lässt, etwa über SG-Ready- oder EEBUS-Schnittstellen.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei einer Fußbodenheizung reicht die Speicherwirkung des Estrichs in vielen Fällen aus, sodass Sie auf den Pufferspeicher verzichten können. Sobald klassische Heizkörper, eine zusätzliche Wärmequelle oder eine intensive Warmwassernutzung ins Spiel kommen, überwiegen dagegen die Vorteile eines Pufferspeichers.