Biogas Leitung

Biogas-Heizung mit Biomethan oder Bio-Flüssiggas

Was das für Ihre Gasheizung bedeutet

Heizen mit Biogas klingt nach Zukunftsmusik, ist es aber längst nicht mehr. Biomethan fließt bereits heute durch das deutsche Gasnetz. Doch was genau ist Biogas, welche Formen gibt es und was kommt gesetzlich auf Gasheizungsbesitzer zu? Dieser Ratgeber beantwortet Ihre Fragen.

Biogas-Heizung: Das Wichtigste auf einen Blick

Biomethan = aufbereitetes Biogas: Es entsteht aus organischen Stoffen wie Gülle, Energiepflanzen oder Bioabfällen und ist nach der Aufbereitung chemisch identisch mit fossilem Erdgas.

Kein Umbau nötig: Moderne Gasheizungen wie die WOLF Gasheizungen laufen problemlos mit Biomethan. Der Wechsel erfolgt einfach über den Gasversorger.

DVGW G 260 als Maßstab: Das technische Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) legt fest, welche Gase ins Versorgungsnetz dürfen. Biomethan und Bio-Flüssiggas erfüllen diese Anforderungen vollständig.

Bio-Treppe geplant: Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sieht ab 2029 einen schrittweise steigenden Biomethan-Pflichtanteil für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen vor. Der Gesetzentwurf befindet sich allerdings noch im Gesetzgebungsverfahren.

Wärmepumpe bleibt die effizientere Wahl: Biomethan ist eine sinnvolle Übergangslösung. Wer langfristig plant, fährt mit einer Wärmepumpe besser.

Was ist Biogas? Grundlagen und Herkunft

Biogas entsteht, wenn Mikroorganismen organisches Material, beispielsweise Gülle, Maissilage, Bioabfälle, Klärschlamm oder Grünschnitt, zersetzen. Bei diesem Prozess entsteht ein Gasgemisch aus hauptsächlich Methan und Kohlendioxid.

 

Im Rohzustand liegt der Methananteil zwischen 40 und 60%. Das ist zu niedrig für das Erdgasnetz und für Gasheizungen. Erst die Aufbereitung macht das Biogas nutzbar: Kohlendioxid, Schwefel und Wasser werden dabei herausgefiltert, bis der Methananteil auf über 98% steigt. Das Ergebnis nennt sich Biomethan (auch Bio-Erdgas) und entspricht in seinen Verbrennungseigenschaften vollständig dem fossilen Erdgas.

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Der Unterschied zu fossilem Erdgas

Fossil gefördertes Erdgas entstand über Jahrmillionen aus abgestorbener organischer Materie unter hohem Druck. Biomethan dagegen stammt aus nachwachsenden Rohstoffen und schließt den CO₂-Kreislauf: Die Verbrennung gibt nur so viel Kohlendioxid frei, wie die Biomasse zuvor aus der Luft aufgenommen hat. Gegenüber reinem Erdgas fallen die CO₂-Emissionen beim Heizen deswegen geringer aus.

Brennwert Erdgas

Bio-Flüssiggas: Biomethan ohne Netzanschluss

Haben Sie keinen Erdgasnetzanschluss und heizen mit Flüssiggas (LPG), können Sie ebenfalls auf eine erneuerbare Alternative zurückgreifen. Bio-Flüssiggas entsteht als Nebenprodukt der Biomethanproduktion und erfüllt dieselben DVGW-Qualitätsanforderungen. Auch hier gilt bei modernen Heizgeräten: kein Umbau, kein Handwerker, Sie müssen einfach nur den Lieferanten wechseln.

Gesetzliche Lage: Die Bio-Treppe im geplanten GMG

Die Bundesregierung hat am 24. Februar 2026 die Eckpunkte für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vorgelegt. Das GMG soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen. Aktuell befindet es sich noch im Gesetzgebungsverfahren.

 

Ein zentrales Element des geplanten GMG ist die sogenannte Bio-Treppe. Ab dem 1. Januar 2029 sollen neu eingebaute Gas- und Ölheizungen schrittweise mit einem wachsenden Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe betrieben werden, startend bei mindestens 10% Biomethan oder Bioöl. Der weitere Anstieg bis 2040 soll in drei Stufen erfolgen. Die genaue Endhöhe ist noch unklar. Parallel dazu sollen Gasversorger ab 2028 verpflichtet werden, fossilen Brennstoffen klimafreundliche Gase beizumischen.

 

Da das GMG noch nicht verabschiedet ist, können sich Inhalt und Zeitplan noch ändern.

Alternativen zur Biogas-Heizung: Wo passt Wasserstoff rein?

Neben Biomethan wird auch der Einsatz von grünem Wasserstoff und synthetischem Methan als klimafreundliche Gasalternativen diskutiert. Das DVGW-Arbeitsblatt G 260 erlaubt bereits heute die Einspeisung von bis zu 10% Wasserstoff ins Gasnetz, sofern er die brenntechnischen Kenndaten einhält.

 

Wichtig: H2-ready bedeutet nicht, dass Sie heute mit Wasserstoff heizen können.

 

  • H2-ready: Ein Gerät ist so konstruiert, dass es nach einer technischen Umrüstung auch mit 100% Wasserstoff betrieben werden kann, wenn die Infrastruktur dafür bereitsteht.
  • Heute mit H2 heizen: Im Regelbetrieb fließt aktuell kein reiner Wasserstoff durch das öffentliche Gasnetz. Grüner Wasserstoff ist noch nicht in relevantem Umfang verfügbar.

 

Biomethan ist hingegen bereits heute im Netz und als Tarif wählbar. Weitere Informationen zu Wasserstoff-ready-Heizungen finden Sie in unserem Ratgeber: H2-ready Heizungen bei WOLF.

DVGW G 260: Das technische Regelwerk

Das DVGW-Arbeitsblatt G 260 legt fest, welche Gasqualitäten in der öffentlichen Gasversorgung zulässig sind. Es definiert technische Kenngrößen wie den Brennwert und den Methangehalt und damit auch die Anforderungen, die Biomethan und Bio-Flüssiggas erfüllen müssen, um ins Netz eingespeist werden zu dürfen. Methanreiche erneuerbare Gase wie Biomethan gelten nach G 260 als Gase der zweiten Gasfamilie und sind damit vollwertige Brennstoffe für alle entsprechend zugelassenen Gasgeräte.

Vorteile und Grenzen der Biogas-Heizung

Vorteile

  • CO2-Reduktion ohne Umbau: Biomethan senkt die Emissionen beim Heizen deutlich gegenüber reinem Erdgas.
  • Netzkompatibel: Biomethan fließt wie Erdgas durch dieselben Leitungen und Geräte.
  • Einfacher Wechsel: Den Übergang regeln Hausbesitzer direkt über den Gasversorger.
  • Versorgungssicherheit: Als nachwachsender Rohstoff ist Biomethan unabhängiger von fossilen Importen.


Grenzen

  • Begrenzte Verfügbarkeit: Ende 2025 gab es laut Fachverband Biogas e.V. in Deutschland 290 Biomethananlagen mit einer Jahreserzeugung von 12,8 TWh.  Das entspricht rund 4,95% des Erdgasverbrauchs im Wohnbereich.
  • Höherer Preis: Biomethan-Tarife sind oft teurer als Erdgas-Tarife.
  • Keine vollständige Klimaneutralität: Biogas reduziert die Emissionen, vermeidet sie aber nicht vollständig. Anbau, Transport und die Aufbereitung von Biomasse verursachen selbst CO2.

WOLF Heizungen und Biogas

Alle WOLF Gasgeräte sind nach DVGW G 260 ausgelegt. Das bedeutet: Sie sind ohne Umrüstung 100%Biomethan- und Bioflüssiggas-ready. Betreiben Sie eine WOLF Gasheizung oder lassen Sie neu installieren, können Sie jederzeit zum Biomethan-Tarif wechseln.

WOLF CGB-2: Der Allrounder für Biomethan

Die WOLF CGB-2 ist eines unserer beliebtesten Gasgeräte im WOLF-Sortiment. Als moderner Gas-Brennwertkessel verarbeitet sie Biomethan und Bio-Flüssiggas ohne Einschränkungen – ebenso wie unsere anderen Gasbrennwertgeräte. Die Brennwerttechnik holt dabei maximale Energie aus dem eingesetzten Gas heraus.

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Top Beratung bei WOLF

Wenn Sie eine effiziente Heizung für Ihr Bestandsgebäude oder einen Neubau suchen, sollten Sie sich eingehend beraten lassen. Die richtige Dimensionierung und eine sorgfältige Planung sind entscheidend für eine effiziente Haustechnik. Die Experten von WOLF helfen Ihnen gerne weiter.

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Gas-Wärmepumpen-Hybride

Planen Sie den Umstieg auf erneuerbare Energien, ohne sofort die gesamte Anlage zu tauschen, können Sie auf WOLFGas-Wärmepumpen-Hybride setzen. Diese Systeme kombinieren einen Gasbrennwertkessel mit einer Wärmepumpe. Die Wärmepumpe übernimmt dabei fast die gesamte Wärmebereitstellung. Der Gaskessel springt bei Spitzenlasten ein. Auch hier kann der Gasanteil selbstverständlich mit Biomethan abgedeckt werden.

Bestandsanlage und Biogas

Wer bereits eine WOLF Gasheizung besitzt, muss nichts unternehmen. Biomethan-Tarife lassen sich direkt beim Gasversorger buchen, die Heizung läuft unverändert weiter. Ältere Anlagen sollte ein Fachbetrieb einmalig prüfen, um sicherzustellen, dass alle Komponenten den DVGW-Anforderungen entsprechen.

01. Biogas-Heizung vs. Wärmepumpe

Gasheizung oder Wärmepumpe: Was ist die bessere Option? Darauf gibt es eine einfache Antwort:

 

Die Wärmepumpe ist die langfristig effizientere Lösung:

  • Sie erzeugt aus 1 kWh Strom typischerweise 3 bis 5 kWh Wärme
  • Sie ist unabhängig von Gasnetzen und der Biomethan-Verfügbarkeit
  • Sie sind nicht von Preisschwankungen von Brennstoffen wie Biomethan betroffen
  • Mit Ökostrom oder einer Photovoltaikanlage arbeitet sie nahezu emissionsfrei
  • Sie profitiert von staatlichen Förderungen (BEG), die für Gasheizungen nicht gelten

 

Biomethan kann bei einer bestehenden Gasheizung eine sinnvolle Übergangslösung sein. Das Heizmittel senkt die CO2-Bilanz der bestehenden Gasheizung sofort und ohne zusätzliche Baumaßnahmen.

 

Die Vorteile der Wärmepumpe überwiegen

Wer heute neu plant oder saniert, fährt mit einer Wärmepumpe langfristig besser, sowohl wirtschaftlich als auch klimatechnisch. Gerade im Neubau ist die Wärmepumpe konkurrenzlos.

 

Fazit: Ist eine Biogas-Heizung sinnvoll?

Biomethan ist kein Allheilmittel, aber eine echte und sofort verfügbare Möglichkeit, die CO2-Bilanz einer Gasheizung zu verbessern. Alle WOLF Gasgeräte funktionieren damit problemlos. Der Wechsel kostet weder Umbauaufwand noch Handwerkerkosten.

 

Planen Sie mittel- bis langfristig, sollten Sie jedoch die Vollumstellung auf eine Wärmepumpe, idealerweise in Kombination mit Photovoltaik, als effizientere und zukunftssichere Alternative in Betracht ziehen.

WOLF Wärmepumpe

Die CHA-Monoblock von WOLF

Diese moderne Luft/Wasser-Wärmepumpe schont nicht nur die Umwelt, weil sie keine fossilen Brennstoffe nutzt und effizient heizt. Sie verwendet auch das natürliche Kältemittel Propan beziehungsweise R290, dessen Treibhauspotenzial deutlich geringer ist als andere Kältemittel.

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02. Häufig gestellte Fragen zur Biogas-Heizung

  • Biogas ist das Rohgas aus dem Fermenter. Es enthält zu wenig Methan und ist nicht direkt netzfähig. Biomethan entsteht durch Aufbereitung des Biogases: CO2, Schwefel und Wasser werden entfernt, bis der Methangehalt auf über 98% steigt. Erst dann entspricht es der Qualität von fossilem Erdgas und darf ins Gasnetz eingespeist werden.

  • Ja, alle WOLF Gasgeräte sind nach DVGW G 260 ausgelegt und damit vollständig Biomethan- und Bioflüssiggas-kompatibel. Sie müssen nichts an Ihrer Heizung ändern, lediglich den Tarif bei Ihrem Gasversorger umstellen.

  • Bio-Flüssiggas ist die erneuerbare Entsprechung zum konventionellen Flüssiggas (LPG) für Gebäude ohne Erdgasanschluss. Es entsteht als Nebenprodukt der Biomethanproduktion, erfüllt dieselben DVGW-Qualitätsanforderungen und läuft ohne Umrüstung in modernen Gasheizungen.

  • Biomethan reduziert die CO₂-Emissionen beim Heizen erheblich gegenüber fossilem Erdgas. Wie stark die Reduktion ist, hängt vom Herkunftssubstrat und dem Tarif ab.

     

  • Das hängt vom Gerät ab. Moderne WOLF Gasheizungen lassen sich umstellen. Einen Wechsel zwischen Erdgas und Flüssiggas führt ein Fachbetrieb durch.

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