Das GModG schreibt keine bestimmte Heiztechnik vor. Erlaubt sind weiterhin Wärmepumpen, Solarthermie, Pelletheizungen, der Anschluss an Wärmenetze, Hybridheizungen, hocheffiziente KWK-Anlagen sowie Gas- und Ölheizungen. Für neu eingebaute Gas- oder Ölheizungen gilt allerdings die Biotreppe mit steigenden Anteilen an Bio-Brennstoffen.
Heizungsarten im Vergleich
Die wichtigsten Heiztechniken auf einen Blick
Bei aller Vielfalt der Heizungsarten geht es im Grunde um die Frage, welche Heizung am besten zu Ihrem Objekt passt. Dabei wird unterschieden, ob die Heizung Wärme aus erneuerbaren Energien oder aus Brennstoffen gewinnt oder ob sie Wärme durch elektrischen Strom erzeugt. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Heiztechniken und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.
Heizungsarten: Das Wichtigste in Kürze
Bei allen Vergleichskriterien schneidet die Wärmepumpe am besten ab: Sie nutzt kostenlose Umweltwärme, hat die niedrigsten Betriebskosten, ist umweltfreundlich und zukunftssicher.
Über die passende Heizung entscheiden Anschaffungskosten, Betriebskosten, Wartung, bauliche Voraussetzungen, Platzbedarf und Umweltbilanz.
Für Wärmepumpen und andere Heizsysteme mit erneuerbaren Energien gibt es bis zu 80% staatliche Zuschüsse.
Die Wärmepumpe funktioniert auch in Bestandsgebäuden ab Baujahr 1995 meist ohne bauliche Veränderungen.
Pelletheizungen, Solarthermie und Hybridheizungen ergänzen das Angebot. Fossile Heizungen (Gas/Öl) bleiben zulässig, ein gesetzliches Betriebsverbot gibt es nicht.
Nur erneuerbare Heizsysteme bieten langfristige Kostensicherheit, da fossile Brennstoffe durch die gesetzliche Biotreppe und den CO₂-Preis kontinuierlich teurer werden.
01. Welche Heizungsarten gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihr Zuhause effizient heizen können. Davon entsprechen jedoch nicht alle Heizungsarten dem Puls der Zeit. Nachfolgend erfahren Sie mehr über Wärmepumpe, Solarthermie und Co.
Wärmepumpe
Von allen heute verfügbaren Heizungsarten bietet die Wärmepumpe das größte Potenzial für die Zukunft. Denn die Wärmepumpe nutzt kostenlose Umweltwärme aus der Luft, aus dem Erdreich oder dem Grundwasser, um damit das Haus zu heizen. Dafür braucht sie nur erneuerbare Energie und keinerlei Brennstoffe wie Öl, Gas oder Holz.
Stattdessen sammelt der Kältemittelkreislauf in der Wärmepumpe die kühle Umweltwärme ein. Er steigert die Temperatur so weit, dass sie zum Heizen und für die Trinkwassererwärmung ausreicht. Damit der Kältemittelkreislauf diese Funktion erfüllen kann, braucht er lediglich elektrischen Strom.
Solarthermie
Solarthermie nutzt die Kraft der Sonne, um das Haus zu erwärmen und warmes Wasser für Dusche und Bad bereitzustellen. Solarkollektoren auf dem Dach wandeln das Sonnenlicht in Wärme um. Daher benötigt auch die Solarthermie keine Brennstoffe und kommt mit einer minimalen Menge Strom aus. Die Solarthermie ist darum die umweltfreundlichste unter den Heizungsarten. Doch im Winter, wenn der Heizbedarf am größten ist, bringt sie nur wenig Wärme und ist als alleinige Heizquelle oftmals nicht ausreichend. Solarthermie braucht fast immer eine weitere Heizungsart als Partner und harmoniert dabei sehr gut mit der Wärmepumpe.
Pelletheizung / Biomasseheizung
Die Pelletheizung zählt zu den Biomasseheizungen und setzt auf den nachwachsenden Brennstoff Holz in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz. Holz verbrennt im Kessel und setzt dabei Energie in Form von Wärme für die Heizung frei. Als Nebenprodukte gelangen aber auch immer kleine Mengen an schädlichen Stoffen wie Schwefeldioxid, Stickoxide und Feinstaub in die Umwelt. Auch der Platzbedarf für ein Pelletlager ist nicht zu unterschätzen. Hinzu kommt, dass der Rohstoff Holz nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Mangellagen könnten in Zukunft zu hohen Preisen führen und Biomasseheizungen wie die Holzheizung oder Pelletheizung unattraktiv machen.
Hybridheizungen
Hybridheizungen kombinieren verschiedene Energieträger und Heizsysteme miteinander, um die Effizienz und Flexibilität zu maximieren. Am weitesten verbreitet ist die Kombination aus Wärmepumpe und einem zweiten System, beispielsweise einer Gas- oder Solarthermie Der Vorteil dieser Kombination: Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast an milderen Tagen, während das Zweitsystem bei hohem Wärmebedarf oder sehr niedrigen Temperaturen zugeschaltet wird.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, Nachfolger des GEG) schreibt keine bestimmte Technologie vor. Insbesondere in unsanierten Altbauten kann eine Hybridheizung sinnvoll sein, bis später durch energetische Sanierungsmaßnahmen die volle Effizienz der Wärmepumpe erreicht wird. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage wird die Hybridheizung noch umweltfreundlicher und die Betriebskosten sinken zusätzlich.
Fernwärme
Bei der Fernwärme verlagern die Hausbesitzer ihre Heizung nach außen. Statt selbst Wärme zu produzieren, liefert der Fernwärmebetreiber die Wärme über große Rohrleitungen ins Haus. Die Wärmeproduktion erfolgt dabei über Brennstoffe wie Kohle, Erdgas, Biogas, Öl oder Holz. Auch Großwärmepumpen oder eine direkte Elektroheizung können zum Einsatz kommen. Ein Nachteil: Wie die Wärme entsteht, können die Kunden nicht beeinflussen. Bei der Fernwärme sind sie von dem Monopolisten abhängig. Ein Wechsel zu preisgünstigeren Energieversorgen ist (anders als bei Strom oder Gas) nicht möglich.
Brennstoffzellenheizung
Die Brennstoffzellenheizung nutzt die Energie, die in Wasserstoff steckt und die bei der Umsetzung von Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser frei wird. Dabei steht nicht die Wärmeerzeugung, vielmehr die Stromproduktion im Vordergrund. In der Brennstoffzelle findet keine Verbrennung statt, sondern ein elektrochemischer Prozess, ähnlich wie in Akkus oder Batterien. Dieser Prozess produziert sehr effizient Strom und dabei fällt Wärme als Nebenprodukt ab, die zum Heizen des Hauses dienen kann. Da es heute keine Wasserstoffinfrastruktur gibt, beruht auch die Brennstoffzellenheizung auf Erdgas. Zunächst wandelt das Brennstoffzellengerät Erdgas in Wasserstoff um. Wie bei der Gasheizung entsteht dabei CO₂. Der Anteil der Wärme, den ein Brennstoffzellengerät erzeugt, fällt recht bescheiden aus. Er reicht nicht aus, um das Haus zu heizen. Daher trägt bei der Brennstoffzellenheizung ein integrierter Gaskessel die Hauptlast der Heizung. Ein weiterer Nachteil: Die Langzeitstabilität der Brennstoffzellen muss sich in der Praxis erst erweisen.
Gasheizung
Für neu eingebaute Gasheizungen gilt die sogenannte Biotreppe des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG): Sie müssen stufenweise steigende Anteile an Bio-Brennstoffen wie Biomethan nutzen. Zudem steigt der CO₂-Preis, ab 2027 greift zusätzlich der EU-Emissionshandel, wodurch fossile Brennstoffe deutlich teurer werden.
Die Gasheizungen von WOLF sind H2-ready und können bereits heute 100% Biomethan verarbeiten, sodass sie auch künftig steigende Bio-Brennstoffanteile flexibel erfüllen können.
Ölheizung
Im Ölkessel entsteht die Wärme durch die Verbrennung von Heizöl zu CO₂ und Wasser. Wie die Gasheizung ist die Ölheizung daher auch eine der Heizungsarten, die durch den CO₂-Ausstoß den Klimawandel befeuert. Im Vergleich zur Gasheizung setzt die Ölverbrennung aber deutlich mehr Schadstoffe wie Schwefeldioxid oder Stickoxide frei. Auch die Vorräte an Heizöl stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Wie beim Gas kann die Importabhängigkeit Deutschlands jederzeit dazu führen, dass Mangellagen entstehen und die Heizölpreise explodieren.
Wichtig: Das GModG schreibt weder im Neubau noch im Bestand eine bestimmte Heiztechnik vor und sieht kein Enddatum für den Betrieb von Ölheizungen vor. Für neu eingebaute Ölheizungen gilt jedoch die Biotreppe: Sie müssen stufenweise steigende Anteile an Bio-Heizöl nutzen, wodurch die Betriebskosten reiner Ölheizungen im Zeitverlauf voraussichtlich steigen.
Top Beratung bei WOLF
Wenn Sie eine effiziente Wärmepumpe für Ihr Bestandsgebäude oder einen Neubau suchen, sollten Sie sich eingehend beraten lassen. Die richtige Dimensionierung und eine sorgfältige Planung sind entscheidend für eine effiziente Heizung. Die Experten von WOLF Heiztechnik helfen Ihnen gerne weiter.
Unter Abwägung aller Kriterien fällt die Entscheidung für die beste Heizungsart im Neubau eindeutig zugunsten der Wärmepumpe aus. In einem gut gedämmten Haus sind die Betriebskosten in Form von Strom sehr gering. Auch für die Wartung einer Wärmepumpe können Sie mit niedrigen Kosten rechnen. Zudem sparen Sie sich den Gasanschluss. All das macht die höheren Aufwendungen bei der Investition mehr als wett. Insbesondere die Luft/Wasser-Wärmepumpe hat den Vorteil, dass Sie sie überall installieren können und keine behördlichen Genehmigungen notwendig sind.
Außerdem können Sie mit einer Wärmepumpe nachhaltig heizen. So tun Sie etwas für die Umwelt und verringern Ihren biologischen Fußabdruck. Wärmepumpen sind eine lang erprobte und robuste Heiztechnik. Diese Heizungsart stellt zuverlässig und langlebig Wärme für Ihre Heizung und Ihre Warmwasserbereitung bereit.
Unsere Empfehlung: Die CHA Monoblock
50 Jahre Erfahrung sind in die Entwicklung und das Design unseres Topsellers im Bereich Wärmepumpen geflossen. Die CHA Monoblock überzeugt mit flüsterleisem Betrieb, natürlichem Kältemittel R290 und starker Effizienz – ideal für Sanierung und Neubau.
Im Gebäudebestand sind die Vorteile der Wärmepumpe ebenfalls stichhaltig. Denn auch im Bestand sparen Sie in aller Regel Betriebskosten durch die Wärmepumpe im Vergleich zu fossilen Brennstoffen ein. In Häusern, die nach 1995 entstanden sind, können Sie die Wärmepumpe meist ohne bauliche Veränderungen direkt einbauen lassen. Der Heizungsinstallateur sollte dabei aber prüfen, ob alle Heizkörper ausreichend groß für die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe von 55°C sind.
Bei älteren Häusern reicht es meistens aus, wenn der Heizungsinstallateur einige Heizkörper durch leistungsstärkere ersetzt. Nur wenn die Vorlauftemperatur von 55°C bei groß dimensionierten Heizkörpern nicht genug Wärme in die Räume bringt, sollten Sie gegebenenfalls die Gebäudehülle für den Einsatz der Wärmepumpe optimieren.
Das kann bei Häusern der Fall sein, die aus den 1970er-Jahren stammen oder die noch älter sind. Häufig müssen Sie lediglich das Dach dämmen oder einige Fenster ersetzen, ohne eine kostenintensive Komplettsanierung in Angriff nehmen zu müssen. Eine genaue Analyse und die dazu notwendigen Maßnahmen kann ein Energieberater oder Ihr Heizungsinstallateur vornehmen.
Um sich für Notfälle abzusichern, können Sie sich auch für eine Hybridheizung entscheiden. Die Kombination aus Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage ist eine besonders umweltfreundliche Lösung, da Sie für den Betrieb der Wärmepumpe Ihren eigenen Strom verwenden können.
Alle Förderdetails im Überblick
Die KfW fördert den Heizungstausch mit einem Zuschuss. Stellen Sie den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen.
- Förderfähige Kosten: 28.000 € für die erste Wohneinheit, bei Mehrfamilienhäusern zusätzlich je 15.000 € für die zweite bis sechste und je 8.000 € ab der siebten Wohneinheit
- Grundförderung: 30% dieser Kosten
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16% zusätzlich für Selbstnutzer beim Austausch einer alten fossilen Heizung
- Einkommensbonus: 40% bis 30.000 €, 30% bis 40.000 €, 10% bis 50.000 € zu versteuerndes Einkommen (nur Selbstnutzer, mit einem minderjährigen Kind gelten 10.000 € mehr)
- Maximal: 80% der Kosten, also höchstens 22.400 € für die erste Wohneinheit
- Ab Februar 2027: förderfähige Kosten und Klimageschwindigkeitsbonus sinken halbjährlich
Wenn Sie heute ein neues Heizsystem planen, müssen Sie weit in die Zukunft schauen. Denn 20 Jahre lang sollte die Heizungsart, für die Sie sich entscheiden, funktionsfähig sein. Wie es in zwei Jahrzehnten mit der Versorgung von Gas und Öl aussieht, bleibt unklar. Werden fossile Brennstoffe noch ausreichend verfügbar sein? Werden CO₂-Abgaben die Kosten so erhöht haben, dass sie nicht mehr zu bezahlen sind? Bieten synthetische Brennstoffe eine bezahlbare Alternative?
Mit einer Wärmepumpe müssen Sie sich solche Fragen nicht stellen. Denn Wind und Photovoltaik erzeugen kostengünstig heimischen Strom für Ihre Wärmepumpe.
Förderberatung
Gerne steht Ihnen unsere Kundenberatung bei Fragen zu den aktuellen Fördermöglichkeiten für Ihr Projekt und zur passenden Produktberatung zur Verfügung. Wir helfen Ihnen dabei, die optimalen Zuschüsse mit der richtigen WOLF Systemlösung zu kombinieren – sicher, unkompliziert und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.
Häufig gestellte Fragen zu Heizungsarten
Nein. Das GModG sieht keine pauschale Austauschpflicht einer Heizung vor. Sie dürfen bestehende Gas- und Ölheizungen weiterhin betreiben und reparieren, auch nach einem Defekt. Unabhängig davon bleiben die regelmäßige Feuerstättenschau und Abgasmessung durch den Schornsteinfeger bestehen.
Die Förderung setzt sich aus einer Grundförderung sowie Boni zum Beispiel für ein niedriges Haushaltseinkommen zusammen. Die genauen Sätze und Höchstbeträge ändern sich regelmäßig. Die aktuellen Werte finden Sie in unserem Artikel Förderung.
Ja. In Häusern ab Baujahr 1995 funktioniert die Wärmepumpe meist ohne bauliche Veränderungen. Bei älteren Häusern reicht oft der Austausch einzelner Heizkörper oder eine begrenzte Dämmung von Dach und Fenstern aus. Moderne Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen bis 70°C und sind damit auch für unsanierte Altbauten geeignet.
Luft/Wasser-Wärmepumpen nutzen die Außenluft als Wärmequelle und sind einfach zu installieren, ohne Genehmigungen und Bohrungen. Erdwärmepumpen (Sole/Wasser) nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs und arbeiten ganzjährig sehr effizient, erfordern aber Erdarbeiten und oft behördliche Genehmigungen. Beide Systeme sind förderfähig.
Hybridheizungen kombinieren die Wärmepumpe mit einem zweiten System (zum Beispiel Gas). Die Idee dahinter: Eine Wärmepumpe übernimmt die Grundlast effizient, das Zweitsystem springt bei Spitzenlast ein. Das bringt aber auch doppelte Kosten für die Wartung mit sich. Inzwischen geht die Empfehlung deshalb zum alleinigen Einsatz einer Wärmepumpe, auch im Altbau.