Nein, nicht ganz. Beide nutzen zwar Brennwerttechnik, unterscheiden sich aber in der Bauweise: Eine Brennwerttherme hängt kompakt an der Wand. Ein Brennwertkessel ist bodenstehend und bietet mehr Leistung für größere Gebäude. Für Einfamilienhäuser und Wohnungen reicht eine Therme meist aus.
Brennwerttherme
Kompakte Heizlösung für Ihr Zuhause
Sie planen einen Heizungstausch und fragen sich, welche Lösung zu Ihnen passt? Die Brennwerttherme ist eine bewährte und platzsparende Heizung, die durch effiziente Brennwerttechnik überzeugt. Erfahren Sie hier, wie eine Brennwerttherme funktioniert, welche Varianten es gibt und wann der Umstieg auf eine Wärmepumpe die bessere Wahl ist.
Brennwerttherme: Das Wichtigste auf einen Blick
Eine Brennwerttherme nutzt zum Heizen die Wärme aus dem Abgas und arbeitet dadurch effizienter als alte Gasthermen.
Sie hängt platzsparend an der Wand und eignet sich besonders für Wohnungen und Einfamilienhäuser.
Drei Varianten an Brennwertheizungen stehen zur Wahl: mit integriertem Speicher, externem Speicher oder Durchlauferhitzer.
Die Installation erfordert einen Gasanschluss, einen geeigneten Schornstein und einen Fachbetrieb.
Ab 2029 müssen Sie bei Gasheizungen, die in der Übergangszeit eingebaut wurden, anteilig erneuerbare Energien einsetzen – etwa durch Biogas.
Eine Wärmepumpe ist langfristig die zukunftssichere und effizientere Alternative.
Eine Brennwerttherme ist eine kompakte Gasheizung, die an der Wand montiert wird und sowohl Ihre Räume heizt als auch warmes Wasser bereitstellt. Das Besondere: Sie nutzt nicht nur die Wärme aus der Verbrennung von Gas, sondern gewinnt zusätzlich Energie aus dem Abgas zurück.
Brennwert statt Heizwert: Der entscheidende Unterschied
Alte Gasthermen arbeiten mit dem sogenannten Heizwert-Prinzip. Sie verbrennen Gas und leiten die heißen Abgase ungenutzt durch den Schornstein ab.
Eine moderne Gas-Brennwerttherme dagegen kühlt diese Abgase kontrolliert ab und gewinnt so zusätzliche Wärme. Durch diese Brennwerttechnik entsteht Kondenswasser – ein Zeichen dafür, dass Ihr Brennwertgerät die Energie optimal ausnutzt.
Der Vorteil: Sie benötigen weniger Gas für die gleiche Heizleistung und senken spürbar Ihre Heizkosten.
Brennwerttherme oder Brennwertkessel?
Beide Begriffe bezeichnen Brennwertheizungen, unterscheiden sich aber in der Bauweise:
- Brennwerttherme: kompakt, wandhängend, für Wohnungen und kleinere Häuser
- Brennwertkessel: größer, bodenstehend, für höheren Wärmebedarf in größeren Gebäuden
Beide Systeme arbeiten nach demselben effizienten Prinzip. Die Therme punktet durch ihren geringen Platzbedarf – ideal, wenn Sie keinen separaten Heizungskeller haben.
02. Welche Brennwerttherme passt zu mir?
Nicht jede Gasheizung arbeitet gleich. Je nachdem, wie Sie Ihr warmes Wasser bereiten möchten, stehen Ihnen verschiedene Varianten zur Verfügung.
Reine Gas-Brennwerttherme mit separatem Warmwasserspeicher
Diese Variante trennt Heizung und Warmwasserbereitung. Die Gasheizung heizt ausschließlich Ihre Räume, während ein separater Warmwasserspeicher das Wasser bevorratet. Dieser kann je nach Bedarf zwischen 120 und 500 Liter fassen.
Vorteile:
- viel Warmwasser für mehrere Personen gleichzeitig
- flexibel an Ihren Bedarf anpassbar
- lässt sich später mit Solarthermie kombinieren
- getrennte Systeme erleichtern Wartung und Modernisierung
Ideal für: Familien mit hohem Warmwasserbedarf und mehreren Bäder
Gas-Kombitherme (Heizung und Warmwasserbereitung)
Die Kombitherme vereint beide Funktionen in einem kompakten Gerät. Sie heizt Ihre Räume und bereitet gleichzeitig warmes Wasser – entweder im Durchlaufprinzip oder über einen integrierten Wärmetauscher. Das warme Wasser wird dabei bedarfsgerecht erzeugt, sobald Sie den Wasserhahn aufdrehen.
Vorteile:
- extrem platzsparend
- keine Speicherverluste
- unbegrenzt warmes Wasser (nacheinander)
- alles in einem Gerät
Ideal für: kleine Wohnungen und Haushalte mit wenig Platz sowie Single-Haushalt
Gas-Brennwerttherme mit integriertem Warmwasserspeicher
Diese kompakte Lösung vereint Heizung und Warmwasserspeicher in einem Gerät. Der integrierte Speicher fasst je nach Modell zwischen 40 und über 150 Liter – so haben Sie auch bei größerem Bedarf ausreichend warmes Wasser sofort verfügbar.
Vorteile:
- sofort warmes Wasser verfügbar
- besonders platzsparend
- alles in einem Gerät
- auch für mittleren bis höheren Warmwasserbedarf geeignet
Ideal für: Single-Haushalte, Paare und kleinere Familien mit moderatem bis mittlerem Warmwasserbedar
Entscheidungshilfe: Welche Brennwerttherme passt zu Ihnen?
Gasanschluss: Erdgas oder Flüssiggas?
Die meisten Brennwertthermen heizen mit Erdgas aus dem öffentlichen Netz. Haben Sie keinen Erdgasanschluss, können Sie auf Flüssiggas ausweichen – dafür benötigen Sie allerdings einen Flüssiggastank auf Ihrem Grundstück.
Schornstein: Nicht jeder eignet sich für Brennwert
Alte Schornsteine sind oft für hohe Abgastemperaturen ausgelegt. Die Abgase einer Brennwerttherme sind jedoch deutlich kühler und feuchter – das kann zu Schäden führen.
Lösung: Ihr Schornsteinfeger prüft, ob eine Schornsteinsanierung nötig ist. Meist genügt das Einziehen eines Edelstahlrohrs. Bei Neubauten können Sie auch auf raumluftunabhängige Systeme mit Luft-Abgas-Führung durch die Außenwand setzen.
Platz: Wandmontage spart Fläche
Ein großer Vorteil der Therme: Sie hängt platzsparend an der Wand. Ein separater Heizungskeller ist nicht zwingend erforderlich – oft reicht eine Nische im Hauswirtschaftsraum oder Bad.
Installation nur durch Fachbetrieb
Die Installation einer Gastherme erfordert Fachwissen. Nur ein zugelassener Fachbetrieb darf die Gasheizung anschließen, in Betrieb nehmen und beim Netzbetreiber anmelden. Das stellt sicher, dass Ihre Heizung sicher und effizient arbeitet.
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Lassen Sie sich individuell von einem qualifizierten Heizungsspezialisten beraten. Unsere praktische Postleitzahl-Suche findet einen Fachpartner auch in Ihrer Nähe.
Jährliche Wartung ist Pflicht
Lassen Sie Ihre Gasheizung einmal pro Jahr von einem Fachbetrieb warten. Dabei prüft der Techniker:
- Brenner und Zündung
- Wärmetauscher und Kondensatablauf
- Abgaswerte und Effizienz
- Sicherheitseinrichtungen
Vorteil: Eine gewartete Heizung verbraucht weniger Gas, arbeitet zuverlässiger und hält länger
Lebensdauer: 15 bis 20 Jahre sind realistisch
Bei regelmäßiger Wartung und normaler Nutzung erreicht eine Brennwerttherme eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Hochwertige Komponenten und eine professionelle Installation verlängern diese Spanne zusätzlich.
Wenn Sie heute eine neue Heizung planen, lautet die klare Empfehlung: Setzen Sie auf eine Wärmepumpe.
Warum die Wärmepumpe die Zukunft ist
Eine Wärmepumpe nutzt die kostenfreie Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Sie arbeitet elektrisch, erzeugt keine direkten Emissionen und macht Sie unabhängig von schwankenden Gaspreisen.
Die Vorteile im Überblick:
- hohe Effizienz durch Nutzung erneuerbarer Energien
- unabhängig von fossilen Brennstoffen
- keine CO₂-Emissionen vor Ort
- staatliche Förderung möglich
- zukunftssicher und gesetzeskonform
Die CHA-Monoblock von WOLF
Diese moderne Luft/Wasser-Wärmepumpe schont nicht nur die Umwelt, weil sie keine fossilen Brennstoffe nutzt und effizient heizt. Sie verwendet auch das natürliche Kältemittel Propan beziehungsweise R290, dessen Treibhauspotenzial deutlich geringer ist als andere Kältemittel.
Wann hat eine Brennwerttherme trotzdem Sinn?
Es gibt Situationen, in denen eine Gas-Brennwerttherme die pragmatische Wahl ist:
- Gasanschluss vorhanden: Sie müssen keine neue Infrastruktur schaffen und sparen Installationskosten.
- Begrenztes Budget: Die Anschaffungskosten einer Brennwerttherme liegen deutlich unter denen einer Wärmepumpe.
- Gebäude noch nicht optimal gedämmt: In unsanierten Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen arbeitet eine Wärmepumpe weniger effizient.
- Übergangsweise Lösung: Sie planen mittelfristig eine umfassende Sanierung und möchten danach auf eine Wärmepumpe umsteigen
Cleverer Kompromiss: Brennwerttherme plus Warmwasser-Wärmepumpe
Sie möchten Ihre Gasheizung behalten, aber trotzdem Energie sparen und die Umwelt schonen? Dann kombinieren Sie Ihre Brennwerttherme mit einer Warmwasser-Wärmepumpe.
So funktioniert es:
- Die Gasheizung beheizt weiterhin die Heizkörper oder die Fußbodenheizung.
- Die Warmwasser-Wärmepumpe bereitet das warme Wasser.
Die Vorteile dieser Kombination:
- Sie senken Ihre Heizkosten deutlich – Warmwasser macht im Schnitt bis zu 16% des Energieverbrauchs aus.
- Sie nutzen kostenfreie Umweltwärme für Ihr Warmwasser.
- Sie erhalten für die Warmwasser-Wärmepumpe eine Förderung.
- Das System bleibt zukunftssicher: Später können Sie problemlos eine Luft/Wasser-Wärmepumpe für die Raumheizung ergänzen.
- Sie reduzieren Ihren CO₂-Ausstoß sofort.
Functionline Warmwasser-Wärmepumpe
In Neu- sowie Bestandsgebäuden erhöht die FHS Wärmepumpe von WOLF die Effizienz. Mit der Warmwasser-Wärmepumpe versorgen Sie Ihre Immobilie umweltfreundlich, günstig und zuverlässig mit Warmwasser.
Wichtig zu wissen: Ab 2029 wird es strenger
Seit 2024 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG): Neue Heizungen müssen zu mindestens 65% mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen bis Mitte 2026 beziehungsweise 2028, abhängig von der kommunalen Wärmeplanung.
Für Gasheizungen, die während der Übergangsfristen eingebaut werden, bedeutet das: Ab 2029 müssen Sie stufenweise Biogas oder andere erneuerbare Gase beimischen.
Der Zeitplan:
- ab 2029: mindestens 15% erneuerbare Gase
- ab 2035: mindestens 30%
- ab 2040: mindestens 60%
Diese Verpflichtung erhöht die laufenden Kosten Ihrer Gasheizung – ein weiterer Grund, heute schon über Alternativen nachzudenken
Vor- und Nachteile einer Brennwerttherme auf einen Blick
Bevor Sie sich für oder gegen eine Gas-Brennwerttherme entscheiden, wiegen Sie die Argumente sorgfältig ab.
Vorteile der Brennwerttherme
✓ Hohe Effizienz durch Brennwerttechnik: Im Vergleich zu alten Gasthermen sparen Sie bis zu 30% Energie.
✓ Platzsparend und kompakt: Die Wandmontage benötigt kaum Stellfläche – ideal für Wohnungen und kleine Häuser.
✓ Bewährte und zuverlässige Technik: Gasheizungen sind seit Jahrzehnten erprobt und liefern zuverlässig Wärme.
✓ Günstige Anschaffung: Die Investitionskosten liegen deutlich unter denen einer Wärmepumpe.
✓ Mit erneuerbaren Energien kombinierbar: Sie können Solarthermie oder eine Warmwasser-Wärmepumpe ergänzen.
Nachteile der Brennwerttherme
✗ Fossiler Brennstoff: Gas ist endlich und verursacht CO₂-Emissionen.
✗ Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen: Gaspreise unterliegen starken Schwankungen – Ihre Heizkosten bleiben unkalkulierbar.
✗ Nicht zukunftssicher: Gasheizungen aus der Übergangszeit benötigen ab 2029 anteilig Biogas – das verteuert den Betrieb zusätzlich.
✗ Keine Förderung für reine Gasheizungen: Der Staat fördert nur noch Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien.
✗ Geringere Effizienz als Wärmepumpen: Selbst moderne Brennwertthermen verbrauchen mehr Energie als eine gut geplante Wärmepumpe.
Top Beratung bei WOLF
Wenn Sie eine effiziente Wärmepumpe für Ihr Bestandsgebäude oder einen Neubau suchen, sollten Sie sich eingehend beraten lassen. Die richtige Dimensionierung und eine sorgfältige Planung sind entscheidend für eine effiziente Heizung. Die Experten von WOLF Heiztechnik helfen Ihnen gerne weiter.
07. Häufig gestellte Fragen zur Brennwerttherme
Moderne Brennwertthermen erkennen Sie an mehreren Merkmalen: Sie sind kompakt und hängen an der Wand (im Gegensatz zu bodenstehenden Kesseln). Sie haben einen Kondensatablauf für das entstehende Wasser aus der Abgaskühlung, arbeiten deutlich leiser als alte Heizwertgeräte und erreichen Wirkungsgrade über 95%. Außerdem steht in den Geräteunterlagen eindeutig „Brennwertgerät” oder „Brennwerttherme”.
Die Brennwerttechnik nutzt auch die Wärme aus dem Abgas, die bei alten Heizwertgeräten ungenutzt durch den Schornstein entweicht. Dadurch erreicht eine Brennwerttherme einen Wirkungsgrad von über 95% und verbraucht bis zu 30% weniger Gas als alte Gasthermen. Das senkt Ihre Heizkosten und schont gleichzeitig die Umwelt.
Ihre bestehende Brennwerttherme dürfen Sie so lange betreiben, wie sie funktionstüchtig ist. Es gibt keine Pflicht zum Austausch aufgrund des Alters. Erst wenn Ihre Gasheizung defekt ist oder Sie sich für einen Heizungstausch entscheiden, greifen die neuen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Für neue Heizungen gilt ab Mitte 2026 beziehungsweise 2028 (je nach kommunaler Wärmeplanung): Sie müssen zu mindestens 65% erneuerbare Energien nutzen. Wenn Sie während der Übergangsfristen noch eine neue Gasheizung einbauen, müssen Sie ab 2029 anteilig Biogas beimischen.
Ein Austausch wird fällig, wenn Ihre Brennwerttherme nicht mehr wirtschaftlich reparierbar ist oder häufiger ausfällt. Nach 15 bis 20 Jahren erreichen die meisten Geräte das Ende ihrer Lebensdauer. Spätestens dann sollten Sie über eine moderne Alternative nachdenken – idealerweise eine effiziente Wärmepumpe, die Sie unabhängig von fossilen Brennstoffen macht.