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Heizkosten berechnen

Formel und Kostenvergleich verschiedener Heizsysteme

Heizkosten lassen sich mit einer einfachen Formel selbst berechnen, sobald Sie die Wohnfläche, den Verbrauchskennwert und aktuellen Energiepreis kennen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Berechnung Schritt für Schritt, nennt aktuelle Preise für Gas, Öl, Strom und Fernwärme und erklärt, wie viel Sie mit dem Umstieg auf eine Wärmepumpe langfristig sparen.

Heizkosten berechnen: Das Wichtigste in Kürze

Die Standardformel lautet: Wohnfläche in Quadratmetern x Energieverbrauchskennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter x Preis pro Kilowattstunde.

2026 kostet Erdgas rund 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde, Heizöl etwa 9 bis 10 Cent und Fernwärme im bundesweiten Schnitt 15 bis 16 Cent.

Durchschnittliche Heizkosten liegen je nach Baujahr und Sanierungsstand zwischen etwa 10 und 25 Euro pro Quadratmeter und Jahr.

Der CO₂-Preis verteuert Gas und Öl zusätzlich um 55 bis 65 Euro pro Tonne Ausstoß und steigt in den kommenden Jahren weiter.

Mit einer Wärmepumpe senken Sie Ihre laufenden Heizkosten häufig um 30 bis 45%, weil aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme entstehen.

Der Staat unterstützt den Umstieg auf eine förderfähige Heizung über die KfW mit bis zu 80% der förderfähigen Kosten.

Heizkosten berechnen: So funktioniert die Formel

Heizkosten berechnen Sie am zuverlässigsten mit der Formel Wohnfläche × Energieverbrauchskennwert × Energiepreis. Diese drei Werte reichen aus, um Ihre jährlichen Heizkosten realistisch zu schätzen, egal ob Sie mit Gas, Öl, Fernwärme oder einer Wärmepumpe heizen.

Die Formel im Detail

Für die Berechnung benötigen Sie drei Angaben:

  1. Wohnfläche: die beheizte Fläche Ihrer Immobilie in Quadratmetern.
  2. Energieverbrauchskennwert: die Angabe „Endenergieverbrauch“ aus Ihrem Energieausweis in Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a).
  3. Energiepreis: der aktuelle Preis Ihres Energieträgers pro Kilowattstunde.

 

Multiplizieren Sie die drei Werte, erhalten Sie Ihre voraussichtlichen Heizkosten pro Jahr:

 

 
Wohnfläche (m²) × Energieverbrauchskennwert (kWh/m²a) × Energiepreis (Cent/kWh) = Heizkosten pro Jahr

 

Für eine höhere Genauigkeit multiplizieren einige Energieberater die Wohnfläche zusätzlich mit dem Faktor 1,2, um unbeheizte Nebenflächen wie Treppenhaus oder Kellerflur einzurechnen. Bei Altbauten mit hohen Deckenhöhen setzen Sie stattdessen den Faktor 1,3 an.

Liegt Ihnen kein Energieausweis vor, nutzen Sie ersatzweise den tatsächlichen Jahresverbrauch aus Ihrer letzten Abrechnung oder des Zählerstands. Multiplizieren Sie diesen Verbrauchswert direkt mit dem Preis pro Kilowattstunde, ohne die Wohnfläche einzubeziehen. Dieser Weg liefert ein präziseres Ergebnis, weil er Ihr tatsächliches Heizverhalten statt eines Durchschnittswerts abbildet.

Beispielrechnung

Ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche hat laut Energieausweis einen Endenergieverbrauch von 130 kWh/m²a und heizt mit Gas zu einem Preis von 11 Cent pro Kilowattstunde.

 

120 m² × 130 kWh/m² × 0,11 €/kWh = 1.716 € Heizkosten pro Jahr

 

Das entspricht rund 143 Euro pro Monat. Bei einem Neubau mit einem Verbrauchskennwert von nur 60 kWh/m²a sinken die Kosten auf derselben Fläche auf rund 792 Euro pro Jahr, bei einem unsanierten Altbau mit 220 kWh/m²a steigen sie auf etwa 2.904 Euro.

Wo die einfache Formel an ihre Grenzen stößt

Die Formel liefert eine solide Schätzung, ersetzt aber keine exakte Abrechnung. Insbesondere wenn mehrere Energieträger kombiniert genutzt werden, ein Wärmemengenzähler bereits genaue Verbrauchswerte liefert oder Sie kürzlich saniert haben und der alte Energieausweis nicht mehr aktuell ist, kann es mit dieser Formel zu größeren Abweichungen kommen. In diesen Fällen greifen Sie besser auf die tatsächlichen Verbrauchswerte der letzten Abrechnung zurück..

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Aktuelle Energiepreise im Überblick

Die Energiepreise unterscheiden sich je nach Energieträger deutlich, und diese Unterschiede bestimmen Ihre Heizkosten mindestens genauso stark wie der Zustand Ihres Gebäudes.

 

Energieträger

Preis pro kWh (Richtwert 2026)

Tendenz

Erdgas

ca. 10–12 Cent

steigend durch CO₂-Preis

Heizöl

ca. 9–10 Cent

steigend durch CO₂-Preis

Fernwärme

ca. 15–16 Cent (regional 12–20 Cent)

stabil bis leicht rückläufig

Haushaltsstrom (Normaltarif)

ca. 28–35 Cent

leicht rückläufig

Wärmepumpen-Stromtarif

ca. 20–25 Cent

stabil bis leicht rückläufig

Holzpellets

ca. 6–7 Cent

stabil

 

 

Erdgas kostet Bestandskunden laut BDEW-Gaspreisanalyse für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Jahresverbrauch aktuell rund 11 Cent pro Kilowattstunde. Beim Fernwärmepreis bildet der mengengewichtete Durchschnittswert derWärmepreis-Transparenzplattform von AGFW, VKU und BDEW mit 15,7 Cent pro Kilowattstunde zum Jahresbeginn 2026 die verlässlichste Referenz, wobei einzelne Netzgebiete deutlich darüber oder darunter liegen.

 

Zusätzlich zum reinen Energiepreis verteuert der CO₂-Preis fossile Energieträger. Derzeit liegt er laut Umweltbundesamt in einem Versteigerungskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂ und wird ab 2027 durch den europäischen Emissionshandel EU-ETS 2 abgelöst, mit tendenziell weiter steigenden Kosten für Gas und Öl.

Wie viel Heizkosten pro Quadratmeter normal sind

Normale Heizkosten liegen zwischen etwa 10 und 25 Euro pro Quadratmeter und Jahr, abhängig vom Baujahr, Sanierungsstand und gewähltem Energieträger. Ein gut gedämmter Neubau kommt oft mit 8 bis 12 Euro pro Quadratmeter aus, ein durchschnittlich sanierter Altbau bewegt sich zwischen 15 und 20 Euro, und ein unsaniertes Gebäude mit Baujahr vor 1980 erreicht schnell 25 Euro und mehr.

Diese Spanne erklärt sich vor allem durch den Endenergieverbrauch: Laut Verbraucherzentrale liegt der typische Endenergiebedarf unsanierter Einfamilienhäuser bei über 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr, während der Durchschnitt aller deutschen Wohngebäude bei etwa 160 kWh/m²a liegt. Ein moderner Neubau erreicht dagegen häufig Werte von 50 bis 70 kWh/m²a.

Liegt Ihr errechneter Wert deutlich über diesen Richtwerten für Ihr Baujahr, lohnt sich eine genauereHeizlastberechnung, um die Ursache zu identifizieren.

wolf

Heizkosten in der Mietwohnung berechnen

Heizkosten berechnen Mieter grundsätzlich nach derselben Formel, allerdings regelt die Heizkostenverordnung zusätzlich, wie Vermieter die Gesamtkosten eines Mehrfamilienhauses auf die einzelnen Parteien umlegen. Mindestens 50 und höchstens 70% der Kosten verteilen sich nach individuellem Verbrauch, den Rest legen Vermieter anteilig nach Wohnfläche um. Weichen die abgerechneten Kosten stark von Ihrer eigenen Schätzung mit der Formel ab, lohnt sich ein Blick in die Nebenkostenabrechnung und gegebenenfalls eine Rücksprache mit Ihrem Vermieter oder Mieterverein.

Heizkosten langfristig senken: Vergleich der Heizsysteme

Heizkosten hängen nicht allein vom Preis des eingesetzten Energieträgers ab, sondern auch davon, wie effizient ein Heizsystem daraus Wärme erzeugt.

 

Warum eine Wärmepumpe die Heizkosten oft deutlich senkt

Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Ein aktuellesForschungsprojekt des Fraunhofer ISE hat die Leistungswerte von 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden vier Jahre lang im Realbetrieb gemessen. Dabei wurden Jahresarbeitszahlen (JAZ) zwischen 2,6 und 5,4 ermittelt, mit einem Durchschnitt von 3,4 bei Luft/Wasser-Wärmepumpen. Die CO₂-Emissionen lagen dabei durchschnittlich 64% niedriger als bei einer Gasheizung.

Beispielrechnung: Umstieg von Gas auf eine Wärmepumpe

Für dasselbe Einfamilienhaus aus dem Beispiel oben (Wohnfläche von 120 m² und Endenergieverbrauch von 130 kWh/m²) ergibt sich ein Wärmebedarf von rund 15.600 kWh im Jahr. Beim Umstieg auf eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 und einem Wärmepumpen-Stromtarif von 22 Cent pro Kilowattstunde berechnen sich die jährlichen Heizkosten wie folgt:

 

15.600 kWh ÷ 3,4 = 4.588 kWh Stromverbrauch × 0,22 €/kWh = 1.009 € Heizkosten pro Jahr

 

Im Vergleich zu den 1.716 Euro der Gasheizung sparen Sie damit rund 707 Euro im Jahr, das entspricht etwa 41%. Hinzu kommt: Der CO₂-Preis von 55 bis 65 Euro pro Tonne belastet ausschließlich die Gasrechnung zusätzlich und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigen, während die Wärmepumpe von diesem Kostentreiber unabhängig bleibt.

 

Für die Anschaffung einer Wärmepumpe kalkulieren Sie je nach Bauweise mit Einstiegspreisen ab rund 15.000 Euro für eine Split-Wärmepumpe beziehungsweise ab rund 18.000 Euro für eine Monoblock-Wärmepumpe inklusive Installation. Die KfW-Förderung 458 übernimmt davon einen Grundförderanteil, zuzüglich möglicher Boni für Klimageschwindigkeit und Einkommen, insgesamt bis zu 80% der förderfähigen Kosten.

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Wann lohnt sich eine genaue Heizlastberechnung?

Eine genaue Heizlastberechnung lohnt sich immer dann, wenn Sie eine neue Heizung planen oder Ihre errechneten Heizkosten deutlich von den üblichen Richtwerten abweichen. Die Formel aus diesem Ratgeber schätzt Ihre laufenden Kosten, sagt aber nichts darüber aus, welche Heizleistung Ihr Gebäude tatsächlich benötigt. Diese Information brauchen Installateure, um eine neue Heizung wie eine Wärmepumpe richtig zu dimensionieren.

Heizkosten senken: Praktische Tipps ohne Heizungstausch

Heizkosten lassen sich auch ohne neue Heizungsanlage spürbar senken, wenn Sie folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Senken Sie die Raumtemperatur um ein bis zwei Grad ab. Jedes Grad spart rund 6% der Heizenergie ein.
  • Entlüften Sie Ihre Heizkörper regelmäßig, damit keine Luftpolster die Wärmeabgabe blockieren.
  • Lassen Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen, damit die Wärme gleichmäßig auf alle Heizkörper verteilt wird.
  • Dämmen Sie Heizungsrohre in unbeheizten Räumen wie Keller oder Dachboden.
  • Lüften Sie stoßweise für wenige Minuten, statt die Fenster dauerhaft zu kippen. Den geringsten Wärmeverlust erreichen sie durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
  • Prüfen Sie Ihren Tarif regelmäßig und wechseln Sie bei deutlich günstigeren Angeboten den Anbieter.

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Häufig gestellte Fragen zum Thema Heizkosten berechnen

  • Bei 100 Quadratmetern liegen normale Heizkosten je nach Gebäudezustand zwischen etwa 1.000 und 2.500 Euro pro Jahr. Ein gut sanierter Neubau bewegt sich am unteren, ein unsaniertes Gebäude am oberen Ende dieser Spanne.

  • Bei 80 Quadratmetern Wohnfläche bewegen sich normale Heizkosten zwischen rund 800 und 2.000 Euro pro Jahr, abhängig vom Energieträger und der energetischen Qualität des Gebäudes.

  • Ohne Energieausweis berechnen Sie Ihre Heizkosten anhand des tatsächlichen Jahresverbrauchs aus Ihrer letzten Abrechnung oder des aktuellen Zählerstands. Multiplizieren Sie diesen Verbrauchswert in Kilowattstunden direkt mit dem Preis pro Kilowattstunde Ihres Energieträgers.

  • Der Vermieter muss laut Heizkostenverordnung mindestens 50 und höchstens 70% der Gesamtkosten nach individuellem Verbrauch abrechnen, den restlichen Anteil verteilt er nach Wohnfläche. Eine vollständige Umlage nach Fläche allein ist nicht zulässig.

     

  • Bei einer Ölheizung liegen die Heizkosten bei einem Preis von etwa 9 bis 10 Cent pro Kilowattstunde in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Gas, tendenziell jedoch leicht darunter. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ergeben sich damit häufig 1.400 bis 2.200 Euro pro Jahr.

  • Beim Umstieg von Gas oder Öl auf eine Wärmepumpe sinken die laufenden Heizkosten je nach Ausgangslage und Stromtarif häufig um 30 bis 45%. Entscheidend dafür sind die Jahresarbeitszahl der Anlage und ein günstiger Wärmepumpen-Stromtarif.

Fazit: Heizkosten berechnen als erster Schritt zur richtigen Entscheidung

Mit der Formel aus diesem Ratgeber kennen Sie Ihre aktuellen Heizkosten in wenigen Minuten und erhalten damit die Vergleichsbasis für die wichtigste Frage: Lohnt sich ein Umstieg auf ein anders Heizsystem? Angesichts steigender CO₂-Preise bei Gas und Öl wird die Ersparnis bei einer Wärmepumpe in den kommenden Jahren tendenziell größer. Nutzen Sie Ihr Rechenergebnis deshalb nicht nur zur Kontrolle Ihrer nächsten Abrechnung, sondern auch als Ausgangspunkt, um Ihr individuelles Einsparpotenzial konkret zu ermitteln.