Die Wärmepumpe ist die energieeffizienteste Heizung. Wasser/Wasser-Wärmepumpen erreichen eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von bis zu 5,0, Sole/Wasser-Wärmepumpen von 4,0 bis 4,5 und Luft/Wasser-Wärmepumpen von 3,0 bis 4,0. Das bedeutet: Aus einer Einheit Strom werden drei bis fünf Einheiten Wärme erzeugt – deutlich mehr als bei allen anderen Heizsystemen.
Energieeffiziente Heizungen
Welche ist die richtige Wahl?
Es gibt verschiedene Heizsysteme, doch welches hat mit Blick auf die Energieeffizienz die Nase vorn? Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor, dass neue Heizungen mindestens 65% erneuerbare Energien nutzen müssen. Wärmepumpen erfüllen diese Anforderung mühelos und sind damit die zukunftssicherste Lösung. In diesem Artikel erfahren Sie, warum sich eine energieeffiziente Heizung wie die Wärmepumpe nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnt und welche Alternativen es gibt.
Was zeichnet energieeffiziente Heizungen aus?
Der Begriff „Energieeffizienz” beschreibt das Verhältnis von Ertrag (Output) zu Energieaufwand (Input). Bei Heizungen bedeutet das konkret: Wie viel Wärmeenergie wird im Verhältnis zur eingesetzten Energie erzeugt? Eine energieeffiziente Heizung zeichnet sich dadurch aus, dass sie die gewünschte Heizleistung mit möglichst geringem Energieaufwand erbringt.
In der Realität kann eine 100%ige Energieeffizienz oftmals nicht erreicht werden, da bei der Energiewandlung sowie -speicherung und beim Energietransport Verluste entstehen. Die Energie geht jedoch nicht tatsächlich verloren, da das dem Energieerhaltungsgesetz widersprechen würde. Stattdessen wird sie in eine unerwünschte Energieart umgewandelt, häufig in Abwärme.
Was macht eine Heizung energieeffizient?
Energieeffiziente Heizungen erfüllen mehrere Kriterien:
- Hohe Jahresarbeitszahl (JAZ): Bei Wärmepumpen gibt die JAZ an, wie viel Wärmeenergie aus einer Einheit Strom gewonnen wird. Je höher, desto effizienter.
- Geringer Primärenergiebedarf: Die Heizung nutzt möglichst wenig nicht-erneuerbare Energie.
- Niedrige Betriebskosten: Durch hohe Effizienz sinken die laufenden Kosten.
- Geringe CO₂-Emissionen: Energieeffiziente Heizungen tragen aktiv zum Klimaschutz bei.
Energieeffiziente Heizungen im Überblick
Im Laufe der Zeit haben sich alle Heizungsarten weiterentwickelt, und das nicht nur in Bezug auf die Energieeffizienz, sondern auch in anderen Bereichen. Die Auswahl ist daher groß. Welche Vor- und Nachteile die einzelnen Heizungsanlagen bieten, erfahren Sie im Folgenden.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe ist die mit Abstand beliebteste und energieeffizienteste Heizung. Sie erfüllt die GEG-Anforderungen von 65% erneuerbaren Energien problemlos und erreicht beeindruckende Effizienzwerte. Gängige Kennzahlen für diese Heizungsanlagen sind der COP („Coefficient of Performance") und die bereits erwähnte JAZ.
Die vier Wärmepumpen-Arten im Überblick
Das Grundprinzip ist bei allen Wärmepumpen-Arten gleich: Eine Wärmequellanlage nimmt Wärmeenergie außerhalb des Gebäudes auf. Diese wird durch ein Kältemittel in einem Kreislauf mit Verdampfer und Verflüssiger transportiert. Ein Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch die Temperatur steigt. Die gewonnene Wärme wird dann über das Wärmeverteilsystem im Gebäude verteilt.
- Luft/Wasser-Wärmepumpe: Die beliebteste Variante entzieht der Umgebungsluft die benötigte Wärmeenergie. Modelle wie die WOLF CHA-Monoblock sind flexibel einsetzbar und vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Mit einer typischen JAZ von 3,0 bis 4,0 arbeiten moderne Luft/Wasser-Wärmepumpen bereits äußerst effizient.
- Luft/Luft-Wärmepumpe: Diese Variante gewinnt Wärme aus der Außenluft und gibt sie direkt über ein Luftverteilungssystem an die Innenräume ab – ohne wassergeführte Heizkreise. Luft/Luft-Wärmepumpen werden häufig in gut gedämmten Neubauten mit Lüftungsanlagen eingesetzt. Ihre JAZ liegt typischerweise zwischen 2,5 und 3,5, abhängig von Gebäudehülle und Anlagenkonzept. Sie punktet mit einer einfachen Installation, eignet sich jedoch weniger gut für unsanierte Bestandsgebäude, da sie keine klassischen Heizkörper versorgt.
- Erdwärmepumpe: Die Sole/Wasser-Wärmepumpe schöpft Wärmeenergie aus dem Erdreich – entweder über großflächige Erdkollektoren oder tief eingelassene Erdsonden. Sie erreicht eine JAZ von 4,0 bis 4,5, benötigt jedoch Erdarbeiten und behördliche Genehmigungen.
- Wasser/Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt die im Grundwasser gespeicherte Energie und erreicht eine JAZ von bis zu 5,0. Allerdings sind hier ebenfalls aufwendige Genehmigungsverfahren und höhere Installationskosten zu berücksichtigen.
- Warmwasser-Wärmepumpe: Diese kompakte Variante dient ausschließlich der Warmwasserbereitung, nicht der Raumheizung. Sie eignet sich ideal zur Ergänzung bestehender Heizsysteme oder in Kombination mit Photovoltaik und arbeitet besonders effizient in Räumen mit Abwärme (zum Beispiel Heizungsräume oder Waschküchen).
Gut zu wissen: Trotz der höheren Effizienzwerte von Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen sind Luft/Wasser-Wärmepumpen in den meisten Fällen die attraktivste Wahl. Sie haben deutlich niedrigere Anschaffungskosten, können flexibler eingesetzt werden, ohne dass aufwendige Erdarbeiten nötig sind, und es sind keine komplexen Genehmigungsverfahren erforderlich.Unsere effiziente Luft/Wasser-Wärmepumpe
Die Luftwärmepumpe CHA-Monoblock von WOLF zählt zu den effizientesten Luftwärmepumpen auf dem Markt. Sie ist wartungsarm, in Deutschland hergestellt und mit fünf Jahren Garantie ausgestattet. Darüber hinaus punktet sie mit einem stilvollen Design.
Solarthermie
Solarthermieanlagen werden häufig mit Photovoltaikanlagen verwechselt. Während eine Photovoltaikanlage allerdings die von der Sonne bereitgestellte Energie in elektrischen Strom wandelt, nutzt Solarthermie die Wärmestrahlung zum Erhitzen von Wasser.
Hierzu werden Kollektoren an möglichst sonnenreichen Stellen (beispielsweise auf dem Gebäudedach) montiert. Sie nehmen die Wärmeenergie der Sonnenstrahlung auf und übertragen sie auf eine sogenannte Solarflüssigkeit.
Die Solarflüssigkeit zirkuliert in einem Rohrsystem, das die Wärmeenergie auf das Heizsystem des Hauses überträgt. Nach Abkühlung strömt die Solarflüssigkeit zurück zu den Kollektoren, wo der Kreislauf von vorn beginnt.
In Bezug auf die Energieeffizienz weisen übliche Solarthermieanlagen einen Wirkungsgrad von 70 bis 85% auf. Da die Effektivität der Anlage stark wetterabhängig ist, reicht sie oftmals nicht für die alleinige Beheizung eines gesamten Gebäudes. Dafür arbeitet eine Heizung mit Solarthermie nahezu CO2-emissionsfrei und benötigt keine Hilfsenergie. Als Ergänzung zur Wärmepumpe kann Solarthermie jedoch durchaus sinnvoll sein.
Öl- und Gasheizung mit Brennwerttechnik
Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik galten sehr lange als Standardheizungen. Das Herzstück einer solchen Heizung ist die Brennwertheizung, in der ein fossiler Brennstoff verbrennt. Bei einer Ölheizung wird das Öl aus einem Öltank zugeführt, Gasheizungen werden dagegen üblicherweise an das örtliche Gasnetz angeschlossen.
Mithilfe der durch die Verbrennung freigesetzten Wärmeenergie wird Wasser erhitzt, in einem Warmwasserspeicher zwischengespeichert und bei Bedarf in das Wasserverteilsystem für Heizkörper und Warmwasseranschlüsse wie Duschen und Waschbecken geleitet.
Die Energieeffizienz von etwa 90 bis 98% ist zwar recht gut, jedoch basieren diese Heizungen auf fossilen Brennstoffen. Bei ihrer Verbrennung entstehen Schadstoffemissionen wie CO₂.
Seit 2024 gilt zudem das novellierte Gebäudeenergiegesetz, das neue Heizungen in Neubaugebieten verpflichtet, mindestens 65% erneuerbare Energien zu nutzen.
Bestehende Öl- und Gasheizungen dürfen zwar weiter betrieben werden, jedoch steigt der CO₂-Preis kontinuierlich und macht fossile Brennstoffe zunehmend teurer. Zusätzlich unterliegen die Preise von Öl und Gas starken Schwankungen und sind generell recht hoch.
Mit Blick auf die Klimaziele Deutschlands, die steigenden CO₂-Kosten und die zunehmenden gesetzlichen Regulierungen sind Öl- und Gasheizungen nicht zukunftsfähig. Als energieeffiziente Heizung und darüber hinaus sind sie keine empfehlenswerte Alternative mehr.
Holz- und Pelletheizung
Schon über Jahrhunderte hinweg wird mit Holz geheizt und durch moderne Holz- und Pelletheizungen lassen sich gute Wirkungsgrade von etwa 85 bis über 90% erreichen.
Jedoch ist Pelletheizung nicht gleich Pelletheizung, denn hier gilt es grundlegend zwischen einer Pellet-Zentralheizung und einem Pelletofen zu unterscheiden.
Während eine Pellet-Zentralheizung sehr ähnlich wie eine Öl- oder Gasheizung funktioniert und für die Erwärmung von Wasser für Heizung und Warmwasser genutzt wird, wird ein Pelletofen dagegen hauptsächlich in Wohnräumen aufgestellt und arbeitet bei freier Sicht auf die Flamme ähnlich wie ein Kamin.
Wird für eine Pelletheizung Holz aus nachhaltigem Anbau verwendet, ist sie mit Blick auf die CO₂-Bilanz akzeptabel. Zu bedenken gilt hier allerdings: Bis der Rohstoff nachgewachsen und die entstandenen CO₂-Emissionen kompensiert sind, vergeht viel Zeit. Außerdem nehmen Holzpellets ein sehr großes Lagervolumen ein und die Verfügbarkeit kann regional begrenzt sein.
Die Wärmepumpe ist der klare Effizienzgewinner
Wird die Energieeffizienz der vorgestellten Heizsysteme betrachtet, so geht die Wärmepumpe als klarer Effizienz- und Umweltsieger hervor. Keine andere Heizung erreicht vergleichbare Effizienzwerte: Wasser/Wasser-Wärmepumpen sind mit einer JAZ von bis zu 5,0 unumstritten an der Spitze, gefolgt von der Sole/Wasser-Wärmepumpe mit 4,0 bis 4,5 und der Luft/Wasser-Wärmepumpe mit durchschnittlich 3,0 bis 4,0.
Auch wenn die Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Blick auf die reine JAZ mit den beiden anderen Wärmepumpen-Arten nicht immer mithalten kann, ist sie trotzdem in den meisten Fällen durch ihre deutlich preiswertere Anschaffung, den flexiblen und unkomplizierten Einsatz sowie die hohen Fördermöglichkeiten die beste Wahl.
Fazit: Energieeffiziente Heizung als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
Dank ihrer sehr hohen Effizienz sind Wärmepumpen die zukunftssichersten Heizsysteme. Sie werden daher bereits heute bei sehr vielen Neubauten und Sanierungen eingesetzt. Konventionelle, aber moderne Öl- und Gas-Brennwertheizungen erreichen zwar einen guten Wirkungsgrad von bis zu 98%, sind aufgrund der fossilen Brennstoffe jedoch deutlich umweltschädlicher als alle anderen vorgestellten Heizungsarten und könnten in Zukunft starken politischen Beschränkungen bis hin zu Verboten unterliegen.
Häufig gestellte Fragen zu energieeffizienten Heizungen
Wärmepumpen werden derzeit mit bis zu 70% gefördert: 30% Basisförderung, 20% Geschwindigkeitsbonus (bei Heizungstausch bis 2028), 30% Einkommensbonus für Haushalte mit geringem Einkommen und 5% Effizienzbonus für besonders effiziente Modelle.
Ja, moderne Wärmepumpen funktionieren auch in Altbauten. Wichtig ist eine gute Gebäudedämmung und idealerweise eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung). Aber auch mit Heizkörpern sind Wärmepumpen bei entsprechender Auslegung effizient einsetzbar.
Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärmeenergie eine Wärmepumpe aus einer Einheit Strom über ein ganzes Jahr erzeugt. Eine JAZ von 4,0 bedeutet: Aus 1 kWh (Kilowattstunde) Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto energieeffizienter ist die Heizung.
Nein, bestehende Öl- und Gasheizungen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Seit 2024 müssen jedoch neue Heizungen mindestens 65% erneuerbare Energien nutzen. Ein frühzeitiger Umstieg auf eine Wärmepumpe lohnt sich aufgrund der hohen Förderungen und steigender CO₂-Preise.