In der Frage, ob Coronaviren durch die Filter von RLT-Anlagen herausgefiltert werden können, muss zunächst die Größe von Viren betrachtet werden. Im Gegensatz zu Bakterien, die mit 1-10µm relativ groß sind und dadurch von den Feinstaubfiltern mit Klasse ePM1 gut abgeschieden werden, sind Viren wesentlich kleiner. Das Coronavirus ist etwa 0,16µm groß. Allerdings sind Viren in der Regel immer an Aerosole oder Staubpartikel gebunden. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Von Menschen ausgestoßene Tröpfchen haben Größen von 0,5 bis ca. 15µm. Von anderen Viren ist bekannt, dass in 1µm großen Tröpfchen eine ausreichende Anzahl vorhanden ist, um eine Infektion auszulösen.
Mit Filtern der Klassifizierung ePM1 werden Partikel und Aerosole, also auch Tröpfchen, bis 1µm je nach Abscheidegrad abgeschieden. Je höher der Abscheidegrad, desto mehr dieser Tröpfchen werden abgeschieden und verbleiben somit im Filtermedium. Beim Austausch von Filtern während der Wartung sollte daher immer auf die persönliche Sicherheitsausrüstung (PSA) geachtet werden. Dies gilt jedoch unabhängig von der aktuellen Covid-19 Pandemie, da in der Regel nicht bekannt ist, mit welchen Stoffen ein Filter beladen wurde.